22 March 2026, 20:27

Zuckerrübenanbau in Süddeutschland kämpft mit schrumpfenden Flächen und Marktdruck

Ein Vintage-Plakat mit leuchtend bunten Gemüsen wie Tomaten und Rüben, die in einem Muster angeordnet sind, mit der Schrift 'Marktgärtner's Beet' in fetter Schrift auf einem gedämpften blauen, grünen und gelben Hintergrund.

Zuckerrübenanbau in Süddeutschland kämpft mit schrumpfenden Flächen und Marktdruck

Zuckerrübenanbau in Süddeutschland steht vor wachsenden Herausforderungen

Der Anbau von Zuckerrüben in Süddeutschland sieht sich zunehmend mit Problemen konfrontiert: Die Anbauflächen schrumpfen, und der Marktdruck nimmt zu. Seit 2020 ist die bewirtschaftete Fläche in Südbayern um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen – von etwa 12.000 Hektar auf rund 9.500 Hektar im Jahr 2025. Dennoch betont Südzucker, Europas größter Zuckerproduzent, dass die Rübe ein zentraler Bestandteil seiner langfristigen Strategie bleibt.

Mehrere Faktoren treiben den Rückgang voran Die Abkehr vom Zuckerrübenanbau hat verschiedene Ursachen. Nach der Abschaffung der EU-Zuckerquoten 2017 fielen die Preisgarantien weg, sodass die Erzeuger den Schwankungen des freien Marktes schutzlos ausgeliefert waren. Seit 2022 belasten zusätzlich gestiegene Kosten für Düngemittel und Energie die Gewinnmargen. Dürreperioden und die Konkurrenz lukrativerer Kulturen wie Getreide haben viele Landwirte dazu veranlasst, weniger Rüben anzubauen.

Südzucker setzt auf Vertragsanbau mit Mindestpreisen Um die Landwirte zu unterstützen, bietet Südzucker inzwischen einjährige Anbauverträge mit garantierten Mindestpreisen an. Diese Vereinbarungen sollen den bayerischen Bauern Planungssicherheit geben – die endgültige Entscheidung über die Anbaufläche liegt jedoch bei jedem Einzelnen. Dr. Stefan Streng, der für die Verträge zuständig ist, versucht, die Interessen von Aktionären und Erzeugern in Einklang zu bringen, indem er faire Konditionen und eine nachhaltige Produktion sicherstellt.

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Krankheiten und Schädlinge bleiben eine Bedrohung Neben den Marktschwierigkeiten stellen Krankheiten wie die Rübenvergilbungsvirus-Krankheit (Rhizomanie) und Stolbur anhaltende Risiken dar. Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmaßnahmen bleiben entscheidend – das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Unterstützung mindestens bis 2026 zugesagt. Ein neues Maßnahmenpaket, das Fruchtfolge, Pflanzengesundheit, Schädlingsüberwachung und die Bekämpfung von Zikaden umfasst, soll die Infektionsraten senken.

Südzucker hält an Standorten fest – trotz Diversifizierung Trotz der Herausforderungen plant Südzucker keine Schließung seiner Zuckerfabriken in Süddeutschland. Zucker macht zwar nur noch etwa 40 Prozent des Unternehmensumsatzes aus, doch die Diversifizierung in zuckerfreie Produkte deckt mittlerweile 60 Prozent ab. Zudem betont die Gruppe, dass Verbraucher regional erzeugten "Rübenzucker" bevorzugen – ein strategisch wichtiger Faktor.

Globaler Zuckerüberschuss belastet die Preise Der weltweite Zuckerüberschuss drückt weiterhin auf die Preise und stellt die Entschlossenheit der süddeutschen Landwirte auf die Probe. Mit gesicherten Verträgen und verbesserten Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung passen sich Südzucker und seine Erzeuger den schwierigeren Marktbedingungen an. Doch der schwindende Anbau zeigt: Die Region steht vor einem Wandel im Umgang mit einer ihrer traditionellen Kulturen.

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