Siemens trennt sich für 15 Milliarden Euro von Healthineers-Beteiligung
Claudius StadelmannSiemens verteilen Milliardenaktien von Siemens Healthineers an Aktionäre - Siemens trennt sich für 15 Milliarden Euro von Healthineers-Beteiligung
Siemens trennt sich von einem Großteil seiner Medizintechnik-Sparte Healthineers in einem Deal mit einem Volumen von rund 15 Milliarden Euro. Das Unternehmen wird Aktien an seine Aktionäre verteilen und seinen Anteil von zwei Dritteln auf eine Minderheitsbeteiligung reduzieren. Dies ist der größte Schritt dieser Art in der Geschichte von Siemens, nachdem der Konzern die Tochtergesellschaft über sieben Jahre lang gehalten hatte.
Siemens hatte Healthineers erstmals im März 2018 an die Börse gebracht, behielt jedoch die Mehrheit. Seither ist der Marktwert der Sparte von etwa 25 Milliarden Euro auf rund 60 Milliarden Euro gestiegen – ein Anstieg von über 140 Prozent. Treibende Kräfte waren starkes organisches Wachstum, Übernahmen wie die von Varian sowie die Erholung des Marktes nach der Pandemie.
Bisher hatte Siemens bereits andere Bereiche wie Infineon und Osram ausgegliedert, doch nie eine so große Beteiligung über einen so langen Zeitraum gehalten. Spekulationen über eine Verringerung des Engagements bei Healthineers hielten sich hartnäckig, da die Synergien begrenzt waren und das Kapital gebunden blieb.
Konzerchef Roland Busch bezeichnete die Aktienverteilung als Beginn der nächsten Wachstumsphase von Siemens, die den Fokus auf das Kerngeschäft schärfen werde. Finanzvorstand Ralf P. Thomas ergänzte, die Maßnahme verbessere die finanzielle Flexibilität. Gleichzeitig betonten Gewerkschaften wie die IG Metall und der Betriebsrat, dass faire Bedingungen für die Beschäftigten während der Trennung gewährleistet sein müssten.
Healthineers, geführt von Vorstandschef Bernd Montag, bleibt einer der weltweit größten Medizintechnik-Konzerne mit über 70.000 Mitarbeitern weltweit.
Im Rahmen der Abspaltung wird Siemens etwa 30 Prozent von Healthineers an die Aktionäre übertragen. Langfristig behält das Unternehmen eine deutlich reduzierte, aber weiterhin bedeutende Beteiligung. Dies entspricht der Strategie, ein stärker fokussiertes Portfolio mit hohen Synergieeffekten zu priorisieren.






