Berlins einzigartiges Lettering-Museum schließt – und sucht verzweifelt ein neues Zuhause
Franka KallertBerlins einzigartiges Lettering-Museum schließt – und sucht verzweifelt ein neues Zuhause
Berlins Lettering-Museum mit 3.500 Neon-Buchstaben schließt am Montag seine Türen
Nach Jahren finanzieller Not schließt das Museum, dessen Besucherzahlen seit der Pandemie um die Hälfte eingebrochen sind und dessen Betriebskosten stetig steigen. Gründerin Barbara Dechant und ihr Team suchen nun nach einem neuen Zuhause für die einzigartige Sammlung.
Seit seiner Gründung war das Museum im S-Bahn-Bogen 424 in der Nähe des Bahnhofs Bellevue im Bezirk Mitte untergebracht. Dechant und ein 120 Mitglieder zählender Verein hielten es trotz wachsender Herausforderungen am Laufen. Eines der bekanntesten Exponate ist das Neon-Schild "Dekorativer Fisch", das jahrzehntelang – von den frühen 1980er-Jahren bis etwa 1999 – die Fassade eines märchenhaft anmutenden Hochhauses am Frankfurter Tor in Friedrichshain zierte. Das Original wurde in den 1980ern geschaffen, eine Replik später installiert. Kürzlich wurde das Schild abgebaut und in die Museumssammlung aufgenommen.
Die Sammlung selbst birgt großen kulturellen und historischen Wert: Sie umfasst Leuchtreklamen aus Berlin, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da die aktuellen Räumlichkeiten bis Ende des Jahres geräumt werden müssen, prüft Dechant nun Lagerungsmöglichkeiten und sucht eine neue Institution, die das Erbe übernehmen könnte. Als möglicher Nachfolger gilt das FHXB-Museum in Kreuzberg, das sich auf lokale Geschichte, Druckkunst und kulturelle Ausstellungen spezialisiert hat. Seine bestehenden Angebote, darunter die Museumsdruckerei Gerd Schneider, passen gut zur Bewahrung von Neon-Lettering.
Trotz aller Bemühungen um den Erhalt des Museums haben die finanziellen Belastungen den Betrieb unhaltbar gemacht. Nun steht das Team vor der Aufgabe, der Sammlung eine Zukunft zu sichern.
Mit der Schließung brauchen die 3.500 Neon-Buchstaben dringend einen neuen Standort. Dechant und ihre Unterstützer arbeiten unter Zeitdruck, um bis Jahresende eine passende Lösung zu finden. Ohne zusätzliche Förderung oder einen Partner bleibt die langfristige Erhaltung der Sammlung jedoch ungewiss.






