Georg Hackl nennt Deutschland "Bananenrepublik" wegen maroder Sportinfrastruktur
Klaas BarthGeorg Hackl nennt Deutschland "Bananenrepublik" wegen maroder Sportinfrastruktur
Georg Hackl, ehemaliger Olympiasieger und Trainer im Rennrodeln, hat Deutschlands Umgang mit Infrastrukturprojekten scharf kritisiert. Er bezeichnete das Land als "Bananenrepublik", nachdem er die Verzögerungen hierzulande mit dem zügigen Bau einer neuen Rennrodelbahn für die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien verglichen hatte. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Deutschland mit langjährigen Problemen bei Sportstätten und großen öffentlichen Bauvorhaben kämpft.
Hackl verwies auf die neue Bob- und Rennschlittenbahn in Cortina d'Ampezzo, die dank starker Unterstützung durch die italienische Regierung und das Olympische Komitee in nur vier Jahren errichtet wurde. Das Projekt setzte moderne betonverstärkte Bauweisen ein und soll zwischen 2021 und Ende 2025 fertiggestellt werden. Demgegenüber zogen sich deutsche Modernisierungsprojekte wie die bayerische Bobbahn von 2022 oder die Rennrodelanlage in Oberhof für die Spiele 2024 aufgrund von Streitigkeiten zwischen Bund und Ländern sowie Umweltprotesten jahrelang hin – oft mit Bauzeiten von fünf bis sieben Jahren.
Besonders kritisierte er die vernachlässigte Rennrodelbahn am Königssee nahe seinem Wohnort, die nach Hochwasserschäden seit Jahren unbenutzbar ist. Ausländische Trainerkollegen hätten laut Hackl mit Unglauben reagiert, manche sogar spöttisch über Deutschlands Unfähigkeit kommentiert, grundlegende Sportinfrastruktur instand zu halten.
Als Gründe nannte Hackl schwache politische Führung und kritisierte die aktuelle Regierung unter Friedrich Merz ebenso wie die Vorgängerregierungen von Olaf Scholz und Angela Merkel. Italien zeige dagegen, wie entschlossenes Handeln und geschlossene Unterstützung zügige Bauprojekte ermöglichen. Als Beispiele für deutsche Problemfälle führte er Stuttgart 21, den Flughafen Berlin Brandenburg und die Dresdner Carolabrücke an – allesamt von chronischen Verzögerungen geprägt.
Seine Aussagen folgen auf Deutschlands fünften Platz im Medaillenspiegel der Winterspiele mit 26 errungenen Medaillen – ein Ergebnis, das auch auf die strukturellen Defizite in Sportinfrastruktur und Planung hindeuten könnte.
Die Kritik unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten Deutschlands, Großprojekte effizient umzusetzen. Während Italiens neue Olympische Bahn kurz vor der Fertigstellung steht, kämpfen deutsche Anlagen weiterhin mit Rückschlägen durch Bürokratie und mangelnde Koordination. Hackls Worte spiegeln die Frustration vieler Athleten und Trainer wider, die einen Verlust des Rufs Deutschlands als zuverlässiger Infrastrukturstandort beklagen.






