Betrüger-Duo aus Malaysia wegen Online-Handelsplattform-Fälschungen verurteilt
Klaas BarthBetrüger-Duo aus Malaysia wegen Online-Handelsplattform-Fälschungen verurteilt
Zwei Männer aus Malaysia sind wegen ihrer Beteiligung an einem Betrug mit gefälschten Online-Handelsplattformen verurteilt worden, bei dem deutsche Opfer um mehr als 93.000 Euro geprellt wurden. Der vor dem Landgericht München verhandelte Fall deckte eine organisierte kriminelle Struktur auf, die mit scheinbaren Anlageplattformen Investoren täuschte. Die Behörden warnen, dass ähnliche Betrugsmaschen Deutschen in den vergangenen Jahren Schaden in Höhe von Zehntausenden Euro verursacht haben.
Annis B. (47) und Zong C. (33) waren im August 2025 als Geldkuriere für das Betrüger-Netzwerk festgenommen worden. Beide gestanden ihre Mittäterschaft, entschuldigten sich in ihren Aussagen jedoch vor allem für persönliches Fehlverhalten – nicht für den angerichteten Schaden bei den Opfern. Das Münchner Gericht verurteilte C. zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe, während B. eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten erhielt.
Die Betrüger lockten ihre Opfer über gefälschte Handelsplattformen, die häufig per WhatsApp-Nachrichten beworben wurden. Den Geschädigten wurden manipulierte Renditeausweise vorgelegt, um sie zur Einzahlung weiterer Gelder zu bewegen. Zudem kam die sogenannte Romance-Betrugsmasche zum Einsatz: Die Täter gaukelten ihren Opfern falsche Liebesbeziehungen vor, um Vertrauen aufzubauen und sie finanziell auszunutzen.
Ermittler ordneten das Duo einem größeren Netzwerk zu, das allein in einem Münchner Fall aus dem Jahr 2025 für Schäden von über 50 Millionen Euro verantwortlich war. Eine separate Untersuchung der Staatsanwaltschaft Nürnberg erfasste später mehr als 350 Geschädigte auf 30 betrügerischen Plattformen mit Verlusten von über 34 Millionen Euro. Die Behörden betonen, dass Geldkuriere wie B. und C. eine zentrale Rolle beim Transfer gestohlener Gelder spielen – und damit erst den Betrieb solcher Betrugssysteme ermöglichen.
Ein unabhängiger Fall im thüringischen Wartburgkreis, bei dem ein Senior um sein Geld gebracht wurde, unterstreicht die flächendeckende Verbreitung solcher Straftaten. Zwar gibt es keine bundesweite Statistik, doch warnen Experten, dass Betrug mit gefälschten Handelsplattformen eine wachsende Bedrohung bleibt.
Die Verurteilungen markieren einen Schritt im Kampf gegen internationale Betrügerbanden, die es auf deutsche Anleger abgesehen haben. Gleichzeitig räumen die Behörden ein, dass viele Fälle im Dunkelfeld bleiben und der tatsächliche finanzielle Schaden die bekannten Zahlen vermutlich bei Weitem übersteigt. Für die Opfer bleibt die Rückerstattung verlorener Gelder oft eine Sisyphusaufgabe – die Täter agieren grenzüberschreitend und mit raffinierten Methoden.






