Bayern und Baden-Württemberg kämpfen um mehr Windkraft-Förderung im Süden
Claudius StadelmannBayern und Baden-Württemberg kämpfen um mehr Windkraft-Förderung im Süden
Bayern und Baden-Württemberg drängen auf Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie fordern, dass mehr Windprojekte ausgeschrieben werden und ein Teil der Kapazitäten für Süddeutschland reserviert wird. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche zeigt sich von dem Vorstoß jedoch nicht überzeugt.
In Bayern hat sich die Genehmigungspraxis für neue Windräder spürbar gewandelt. Über 700 Anlagen sind baureif, erhalten aber keine EEG-Förderverträge. Ministerpräsident Markus Söder betont, dass die Windenergie in der Region gefördert und nicht behindert werden dürfe.
Söder fordert mehr Unterstützung vom Bund, um den Ausbau der Windkraft zu beschleunigen. Die Bundesnetzagentur in Bonn steht in der Kritik, weil sie bei der Vergabe von Förderverträgen den Süden Deutschlands zu wenig berücksichtige. Beide Länder pochen darauf, dass 20 Prozent der Kapazitäten für ihre Regionen reserviert werden sollten.
Das Wirtschaftsministerium arbeitet derzeit an einer EEG-Novelle. Da die Windverhältnisse in Norddeutschland besser sind, produzieren Windräder dort oft günstigeren Strom. Diese Ungleichheit hat die Forderungen nach einer gerechteren Verteilung der Chancen befeuert.
Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, dass Süddeutschland mehr Windprojekte realisieren kann. Falls umgesetzt, könnten sie blockierte Vorhaben freigeben und den regionalen Ausbau ausgleichen. Die Bundesregierung hat den Plan bisher noch nicht gebilligt.
