Zufit Simon bricht mit Fight Club beim Best OFF Festival Tabus
Claudius StadelmannZufit Simon bricht mit Fight Club beim Best OFF Festival Tabus
Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit ihrem neuen Stück Fight Club
Mit ihrer jüngsten Arbeit Fight Club eröffnet die Choreografin Zufit Simon das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover – ein Werk, das einen kühnen Bruch in ihrer künstlerischen Ausrichtung markiert. Im Mittelpunkt stehen diesmal Kampf und männliche Energie. Die 45-Jährige, die 1999 aus Israel nach Deutschland zog, prägt seit Jahrzehnten die zeitgenössische Tanzszene in Deutschland.
Geboren 1980 in Israel, lebt Simon seit 25 Jahren in Deutschland. Ihre Karriere nahm Fahrt auf, als sie Unterstützung von Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig erhielt, einem wichtigen Förderer ihrer frühen Werke. Viele ihrer Stücke feierten im LOT-Theater in Braunschweig Premiere, doch die Spielstätte musste 2024 aus finanziellen Gründen schließen.
Simons choreografischer Ansatz wurde oft mit der molekularen Gastronomie verglichen – sie reduziert Bewegung auf ihre essenziellen Bestandteile. 2016 jedoch erlitt ihre Arbeit einen Rückschlag, als das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung strich. Dennoch blieb sie grenzenüberschreitend.
Ihr Solo Foams von 2019 führte unskriptierte Bewegungen, vokale Experimente und technische Verzerrungen ein. Ein Jahr später vereinte Strange Foreign Bodies Performende unterschiedlicher Mentalitäten, Hintergründe und Körperlichkeiten – darunter auch nackte Tänzer:innen. Mit Fight Club vollzieht Simon nun einen weiteren Wandel und setzt auf Aggression und körperliche Konfrontation.
Die Festivalaufführung am 23. April findet nur wenige Monate nach der Verleihung des Münchner Tanzpreises für ihr Lebenswerk im Jahr 2025 statt. Simons neues Werk debütiert zu einer Zeit, in der ihr Einfluss auf den unabhängigen Tanz ungebrochen ist. Weder die Schließung des LOT-Theaters noch frühere Förderkürzungen haben ihre Produktivität gebremst. Fight Club führt ihre Tradition kompromissloser, mutiger Choreografie fort – diesmal mit Fokus auf roher Physicalität.






