18 March 2026, 00:25

ZF entwickelt Chip für mehr europäische Unabhängigkeit bei Halbleitern

Ein futuristisches Auto, das als e25 porte concept bezeichnet wird, das in einem Museum ausgestellt ist, umgeben von Absperrpfosten mit Bändern, mit einem gemalten Porträt und Text an der Wand dahinter.

ZF entwickelt Chip für mehr europäische Unabhängigkeit bei Halbleitern

Deutscher Autozulieferer ZF präsentiert neuen Chip zur Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Halbleiterherstellern

Der deutsche Automobilzulieferer ZF hat einen neuen Chip vorgestellt, der die Abhängigkeit Europas von ausländischen Halbleiterproduzenten verringern soll. Die Entwicklung unterstreicht das Bestreben nach größerer europäischer Eigenständigkeit in einem Bereich, der derzeit von US-amerikanischen und asiatischen Unternehmen dominiert wird. Der in Deutschland entwickelte und in Dresden gefertigte Chip soll fortschrittliche Fahrassistenzsysteme und autonome Funktionen auch in preisgünstigen Fahrzeugen zugänglicher machen.

Der Chip von ZF wurde konzipiert, um Sensordaten aus Fahrzeugen zu verarbeiten und so den Hauptprozessor zu entlasten – entweder für andere Aufgaben oder um ihn kompakter zu gestalten. Dieser Ansatz könnte die Kosten senken, ohne die Leistung in der nächsten Generation von Autos zu beeinträchtigen. Das Konzept wurde kürzlich mit dem "Embedded Award 2026" in der Kategorie "SoC/IP/IC-Design" auf der Fachmesse Embedded World in Nürnberg ausgezeichnet.

Das Unternehmen betrachtet das Projekt als strategischen Schritt hin zu mehr europäischer Souveränität in der Chipentwicklung. Der Großteil der hochleistungsfähigen Autochips stammt derzeit aus Asien oder den USA, während Europa in dieser Schlüsseltechnologie hinterherhinkt. ZFs Lösung soll keine vollständige Alternative zu bestehenden Chips darstellen, sondern den Druck auf teure Importe verringern.

Bis zur Serienproduktion des Chips in Fahrzeugen werden jedoch noch Jahre vergehen – Schätzungen reichen von vier bis fünfeinhalb Jahren. Unterdessen vollzieht die Branche einen Wandel: Hochleistungscomputer ersetzen zunehmend den klassischen Verbrennungsmotor als Kern moderner Fahrzeuge. Die CLEPA, der europäische Verband der Automobilzulieferer, fordert eine stärkere lokale Halbleiterproduktion, den Ausbau von Forschungsnetzwerken und strategische Lagerbestände, um die europäische Lieferkette abzusichern.

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ZFs Chip ist ein konkreter Schritt, um Europas Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern zu reduzieren. Durch effizientere Datenverarbeitung könnte er dazu beitragen, fortschrittliche Fahrfunktionen auch in günstigeren Autos verfügbar zu machen. Das Projekt zeigt zudem die anhaltenden Bemühungen, eine eigenständigere europäische Chipindustrie aufzubauen.

Quelle