Wohngeld-Kürzung trifft einkommensschwache Familien hart – Experten warnen vor fatalen Folgen
Franka KallertWohngeld-Kürzung trifft einkommensschwache Familien hart – Experten warnen vor fatalen Folgen
Pläne zur Kürzung des Wohngelds um eine Milliarde Euro haben scharfe Kritik ausgelöst. Experten warnen, dass die Maßnahme einkommensschwache Haushalte hart treffen würde, während sie kaum etwas zur Verringerung der Staatsausgaben beiträgt. Über eine Million Familien sind auf die Leistung angewiesen, wobei viele bereits fast die Hälfte ihres Einkommens für Miete aufbringen.
Kritiker argumentieren, dass die geplante Kürzung vor allem symbolischen Charakter habe. Die Einsparungen würden den Bundeshaushalt kaum entlasten, könnten aber mehr Menschen in die Grundsicherung drängen – und damit mögliche finanzielle Vorteile der Kürzungen wieder zunichtemachen.
Die Wohnungspolitik-Expertin Katja Rock macht die steigenden Kosten für Wohngeld an gescheiterten Mietpreisbremse und explodierenden Immobilienpreisen fest. Sie weist darauf hin, dass große Vermieter bis zu 200 Euro pro Wohnung an Aktionäre ausschütten – teilweise finanziert durch Steuergelder. Statt die Unterstützung zu kürzen, fordert sie die Politik auf, die hohen Mieten direkt anzugehen.
Rock warnt zudem, dass die Sparmaßnahmen gezielt Bereiche treffen, in denen das Armutsrisiko besonders hoch ist. Das Wohngeld bleibe für viele überlebenswichtig, doch Mieter sähen sich weiterhin unerschwinglichen Mieten gegenüber. Ohne stärkere Schutzmechanismen, so Rock, werde das System weiterhin diejenigen im Stich lassen, die es am dringendsten brauchen.
Der Sparkurs der Bundesregierung wirft ernsthafte Fragen auf. Eine Kürzung des Wohngelds könnte die finanzielle Belastung für über eine Million Haushalte weiter verschärfen. Experten bestehen darauf, dass eine Senkung der Mieten mehr Geld sparen würde als Kürzungen bei der Unterstützung für bedürftige Mieter.






