20 June 2026, 02:14

Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuchern und provokanter Kunst unter Milo Rau

Wiener Festwochen: Frieden kehrt in den Staat der Götter zurück

Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuchern und provokanter Kunst unter Milo Rau

Die Wiener Festwochen feierten ihr 75-jähriges Jubiläum mit einem mutigen Programm unter der Leitung von Milo Rau. Das Festival bot eine Mischung aus provokanten Aufführungen, Rekordbesucherzahlen und lebhaften gesellschaftspolitischen Debatten.

Rau eröffnete die Festwochen mit Republik der Götter, das er als Weltpremiere und Retrospektive ankündigte. Seine Intendanz sorgte für Diskussionen, insbesondere durch die Einbindung der selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco. Die Besucherzahl stieg auf fast 196.000 – ein neuer Rekord für das Festival.

Mehrere Produktionen hinterließen einen starken Eindruck. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor entwickelte sich zu einem kraftvollen Statement gegen Gewalt. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den Höhepunkten. Thorsten Lensings Tanzende Idioten mit Ursina Lardi in der Rolle einer sterbenden Frau erntete breite Anerkennung.

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Andere Werke wurden unterschiedlich aufgenommen. Susanne Kennedys Parsifal wurde als statisch kritisiert, während Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 mit einer trockenen Vorlesung verglichen wurde. Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel stachen als besondere Momente hervor. Die interaktive Performance Turn des Gob Squad beschloss das Festival mit einer Auseinandersetzung mit dem Doppelgänger-Effekt.

Trotz der künstlerischen Erfolge ist die Auslastung der Festwochen während Raus Amtszeit schrittweise zurückgegangen.

Die 75. Ausgabe der Wiener Festwochen präsentierte kühne künstlerische Entscheidungen und zog großes Publikum an. Das Festival festigte seinen Ruf als Plattform für gesellschaftspolitischen Dialog und avantgardistische Performances. Dennoch bleibt der Rückgang der Auslastung ein Anliegen für die Veranstalter.

Quelle