20 April 2026, 04:17

Wie die Dresdner Obergraben-Presse aus einer alten Druckmaschine Kunstgeschichte schrieb

Eine detaillierte Strichzeichnung der Schlosshof-Fassade in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen oben auf dem Gebäude, auf einem Stück Papier mit sichtbarem Text.

Wie die Dresdner Obergraben-Presse aus einer alten Druckmaschine Kunstgeschichte schrieb

Ende der 1970er-Jahre schlossen sich in Dresden eine Gruppe von Künstlern und Druckern zusammen, um etwas Neues zu schaffen. Aus ihrer Zusammenarbeit entstand die Obergraben-Presse – ein Ort für Druck, Verlagswesen und Ausstellungen. Das Projekt wuchs aus gemeinsamen Ambitionen und einer restaurierten, über hundert Jahre alten Druckmaschine heraus.

Die Geschichte begann jedoch bereits früher in diesem Jahrzehnt. 1971 gründete der Künstler A.R. Penck gemeinsam mit anderen die Gruppe Lücke, die sich mit underground-Kunstbewegungen beschäftigte. Bis 1976 hatte sich das Kollektiv aufgelöst, doch Penck entwickelte weiter seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund – einen Wandel von verborgenem zu öffentlichem künstlerischem Schaffen.

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Zur gleichen Zeit stießen Eberhard Göschel und Peter Herrmann zur Arbeitsgruppe des Dresdner Leonhardi-Museums. Göschel bezog 1978 ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung für Experimente frei wurde. Herrmann besaß unterdessen eine italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die der Drucker Bernhard Theilmann sorgfältig restaurierte.

Den letzten Baustein lieferte Jochen Lorenz, ein Drucker, der die Routineaufträge wie Fahrpläne satt hatte und nach kreativen Herausforderungen suchte. Gemeinsam bündelten die vier Männer ihr Können und ihre Ressourcen. Das Ergebnis war die Dresdner Obergraben-Presse – eine von Künstlern betriebene Werkstatt, ein Verlag und eine Galerie in einem.

Die Obergraben-Presse entwickelte sich zu einem Zentrum für Druckgrafik und Ausstellungen in Dresden. Ihre Gründer verwandelten eine alte Presse, freie Räume und gemeinsame Ideen in ein nachhaltiges Projekt. Die Werkstatt steht noch heute als Zeugnis ihrer Zusammenarbeit.

Quelle