28 June 2026, 02:20

Warum wir in einer Welt der Meinungsflut kaum noch schweigen können

Stille ist Gold: Klaus Eckel hat eine Meinung

Warum wir in einer Welt der Meinungsflut kaum noch schweigen können

Meinungen prägen längst jeden Winkel des Alltags. Ob in Talkshows oder Online-Foren – sie werden in schier endlosen Mengen produziert und konsumiert. Immer stärker setzt sich der Eindruck durch, dass Zurückhaltung mit der eigenen Meinung mittlerweile ungewöhnlich ist, ja fast schon verpönt wirkt.

Innerhalb einer einzigen Woche sah sich der Autor einem nicht enden wollenden Strom vehementer Standpunkte ausgesetzt. Die Themen reichten vom Nahostkonflikt über Windräder bis hin zur Frage, ob Ananas auf Pizza gehört. Die schiere Flut machte es fast unmöglich, dem Lärm zu entkommen.

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Manche glauben, die Menschen suchten in der Natur Trost, weil sie kein Urteil fällt. Doch der Autor spinnt den Gedanken spielerisch weiter: Was, wenn auch die Natur sich ihre eigenen Meinungen bilden würde? Ein Schlafzimmer-Kaktus könnte ein gestreiftes Hemd stumm verurteilen. Und das Mittelmeer könnte laute Strandmusik mit Quallebstichen bestrafen.

Als humorvolle Lösung für die Meinungsüberflutung schlägt der Autor vor, jeden Menschen auf drei Meinungen pro Tag zu beschränken. Jede weitere müsste von einem Rebhuhn genehmigt werden. Doch trotz aller Ironie zeigt die Welt keine Anzeichen, dass ihr die Standpunkte ausgehen könnten. Der ungebremste Strom an Meinungen fließt weiter. Die Natur bleibt einer der letzten Orte ohne sie – auch wenn manche scherzen, sie könnte bald eigene entwickeln. Der Autor jedenfalls bleibt skeptisch, ob achtsames Atmen wirklich Abhilfe schafft.

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