Thüga kritisiert EU-Pläne zum "Clean Industrial Deal" – Bürokratie droht kommunale Versorger zu überlasten
Claudius StadelmannThüga kritisiert EU-Pläne zum "Clean Industrial Deal" – Bürokratie droht kommunale Versorger zu überlasten
Thüga Aktiengesellschaft positioniert sich zum „Clean Industrial Deal“ der EU-Kommission
Die Thüga AG, Deutschlands größtes Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger mit über 100 Tochterunternehmen, hat ihre Haltung zum geplanten „Clean Industrial Deal“ der Europäischen Kommission dargelegt. Mit rund 23.000 Beschäftigten zählt das Unternehmen zu den drei größten Arbeitgebern der deutschen Energiewirtschaft.
Thüga begrüßt Teile des Vorhabens, insbesondere die vorgesehenen Ausnahmen für kleine und mittlere Energieversorger im Rahmen der Taxonomie-Verordnung und des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Diese Maßnahmen sollen die Belastung für kleinere Akteure im Sektor verringern.
Gleichzeitig äußert der Konzern Bedenken gegen andere Aspekte der Kommissionspläne. So warnt Thüga davor, dass eine Einbeziehung der Energiewirtschaft in die europäische Finanzmarktregulierung kleinere Anbieter mit übermäßigem Bürokratieaufwand überfordern könnte. Zudem lehnt das Unternehmen geplante Eingriffe in die Netzentgeltregulierung ab, da diese die ohnehin schwache Renditestruktur weiter destabilisieren könnten.
Zusätzlich befürchtet Thüga, dass die neuen Beihilferegeln kommunale Versorger im Kapazitätsmarkt benachteiligen könnten. Das Unternehmen setzt sich für einen wettbewerbsorientierten und bürokratiearmen europäischen Energiemarkt ein, der lokale Anbieter nicht an den Rand drängt.
Als einer der führenden Akteure in den deutschen Energie- und Wassermärkten beliefert Thüga rund eine Million Wasserkunden und ist an Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 5 Gigawatt beteiligt. 2023 erzielte die Gruppe einen Umsatz von über 53 Milliarden Euro und gehört damit zu den drei größten Energieversorgern Deutschlands.
Die Stellungnahme der Thüga zeigt eine ambivalente Haltung zum „Clean Industrial Deal“: Zwar werden Erleichterungen für kleinere Versorger unterstützt, doch warnt das Unternehmen vor bürokratischen Hürden und finanziellen Risiken. Die Position spiegeln die Sorgen kommunaler Energieanbieter wider, die sich in einem rasant wandelnden regulatorischen Umfeld behaupten müssen.
