Vadim Dantsiger: Wie ein russischer Regisseur Theaterwelten wie Galaxien erschafft
Katarina OrtmannVadim Dantsiger: Wie ein russischer Regisseur Theaterwelten wie Galaxien erschafft
Vadim Dantsiger ist Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau. Bekannt ist er für sein tiefes Engagement im Theaterbereich – er liest jährlich über 200 Stücke. Sein künstlerischer Ansatz betont Leidenschaft und Hingabe, besonders während der Proben.
In Wladiwostok inszenierte er bereits mehrere bemerkenswerte Produktionen, darunter Der Garderobier, Kabale und Liebe sowie Das Schweigen des Matrosen. Begeistert von Heifetz’ Theaterschule, bevorzugt er die Arbeit an anspruchsvollen Stücken. Für ihn gleicht die Rollengestaltung eines Schauspielers dem Aufbau eines Planeten, während ein Regisseur aus diesen Rollen ganze Galaxien und Universen erschafft.
Dantsiger beobachtet eine Rückkehr des Theaters zur äsopischen Sprache – einen Stil, den er für den künstlerischen Ausdruck als wertvoll erachtet. Zudem hält er den Wettbewerb zwischen Theatern für essenziell, um hohe Standards zu wahren. Gleichzeitig stellt er einen Qualitätsverlust im heutigen Schauspiel fest.
Trotz seiner Erfahrung spürt er bei jeder neuen Produktion den Drang, sich erneut zu beweisen. Im Mittelpunkt seiner Philosophie steht die Liebe zum künstlerischen Prozess, insbesondere zur gemeinsamen Arbeit in den Proben.
Durch ausgiebiges Lesen und die Beschäftigung mit anspruchsvollen Projekten formt er kontinuierlich sein Handwerk. Seine Sicht auf das Theater unterstreicht die Bedeutung von individueller Kunstfertigkeit und kollektivem Einsatz. Dantsiger bleibt eine prägende Figur im modernen russischen Theater.
