Studie zeigt: Deutschland braucht dringend 53 GW Wasserstoff-Gaskraftwerke bis 2045
Franka KallertStudie zeigt: Deutschland braucht dringend 53 GW Wasserstoff-Gaskraftwerke bis 2045
Eine neue Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unterstreicht die zentrale Bedeutung wasserstofffähiger Gaskraftwerke für Deutschlands Weg zu einem klimaneutralen Energiesystem. Die Forscher argumentieren, dass diese Anlagen bis 2050 die Kosten senken, Emissionen reduzieren und die Netzstabilität verbessern könnten. Gleichzeitig warnt die Untersuchung vor einer erheblichen Lücke zwischen den aktuellen Regierungsplänen und dem tatsächlich benötigten Ausbau.
Laut der FAU-Studie werden bis 2045 mindestens 53 Gigawatt (GW) an wasserstofftauglichen Gaskraftwerken benötigt. Diese Anlagen könnten zunächst mit Erdgas betrieben werden, bevor sie vollständig auf Wasserstoff umstellen. Demgegenüber sieht die bisherige deutsche Strategie lediglich 12 GW vor – was zu einer Unterdeckung bei der flexiblen Energieversorgung führen könnte.
Wasserstofffähige Kraftwerke würden die Systemflexibilität erhöhen und so den Bedarf an zusätzlichen Batteriespeichern sowie neuen Wind- und Solarparks verringern. Zudem könnten sie dazu beitragen, Überschussstrom aus Windenergie zu nutzen, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Die Autoren schätzen, dass die kumulativen Transformationskosten bis 2050 mindestens 324 Milliarden Euro betragen werden.
Ein hoher CO₂-Preis könnte den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen und so Investitionen in wasserstofffähige Anlagen fördern – mit der Folge, dass sowohl Emissionen als auch die Gesamtkosten des Systems sinken. Ohne ausreichende flexible Kapazitäten drohen Deutschland laut Studie jedoch höhere Ausgaben oder Risiken für die Versorgungssicherheit während der Energiewende.
Die Forschungsergebnisse betonen die Notwendigkeit größerer Investitionen in wasserstofffähige Infrastruktur, um die Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Die aktuellen Regierungsziele liegen weit unter den empfohlenen 53 GW bis 2045. Ein kostengünstiger und sicherer Übergang zu einer klimaneutralen Energieversorgung hängt davon ab, diese flexiblen Stromquellen in den kommenden Jahrzehnten deutlich auszubauen.






