Streit um zwölftstöckiges Hochhaus auf historischem Fabrikgelände in Schwabing
Klaas BarthStreit um zwölftstöckiges Hochhaus auf historischem Fabrikgelände in Schwabing
Umstrittenes Hochhausprojekt am Mittleren Ring in Schwabing geplant
Das Architekturbüro OSA hat ein zwölbstöckiges, geschwungenes Gebäude entworfen, das auf dem Gelände der ehemaligen Hesselberger Lederfabrik in München-Schwabing entstehen soll. Die einstige Fabrik birgt eine düstere Vergangenheit: Die damalige Besitzerin Ilse Hesselberger wurde 1941 nach Polen deportiert und ermordet. Später diente das Gebäude als nationalsozialistische "Ausbildungsstätte für jüdische Jugendliche". Bevor das Projekt voranschreitet, plant die Münchner Baureferentin Elisabeth Merk nun Gespräche mit der Israelitischen Kultusgemeinde, Politikern und Denkmalschutzbehörden.
Kritik am Vorhaben kommt aus verschiedenen Richtungen. Das Landesamt für Denkmalpflege lehnte den Entwurf ab, da er das historische Baudenkmal unter dem Gelände beeinträchtigen würde. Die Architekturprofessorin Elisabeth Endres hinterfragte die Praktikabilität der Planung – etwa einen Kindergarten im Keller und ein Fitnessstudio im obersten Stockwerk unter einem Dach. Gleichzeitig unterstützen lokale Politiker aus Schwabing-Freimann sowie die Münchner Kommission für Stadtgestaltung den Hochhausbau.
In unmittelbarer Nähe werden künftig Apple-Mitarbeiter ihren neuen Campus über einen schmalen Durchgang an der Nymphenburger Straße erreichen, der zur U-Bahn-Station Stiglmaierplatz führt. Wie es mit dem Hochhausprojekt weitergeht, bleibt vorerst ungewiss, da die Beratungen noch laufen.
Der Entwurf stößt auf sowohl Ablehnung als auch Zustimmung. Denkmalschutzbelange und historische Sensibilität müssen geklärt werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Die endgültige Entscheidung der Stadt wird die Zukunft dieses bedeutenden Ortes in Schwabing prägen.






