27 March 2026, 02:15

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen entbrannt

Eine Liniendiagramm, das die durchschnittliche tägliche Bevölkerung von inhaftierten Immigranten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen entbrannt

Pläne für ein neues Abschiebezentrum am Münchner Flughafen haben unter Politikern und Hilfsorganisationen für Aufsehen gesorgt. Die Einrichtung, die von der Flughafen München GmbH im Auftrag der Bundespolizei gebaut werden soll, dient dazu, Abschiebungen aus Deutschland effizienter zu gestalten. Kritiker befürchten jedoch, dass damit gut integrierte Menschen ins Visier geraten könnten – statt sich auf verurteilte Straftäter zu konzentrieren.

Florian Herrmann von der CSU verwies auf Daten der Bundespolizei, wonach in Deutschland etwa 260.000 Menschen mit vollziehbaren Abschiebebescheiden leben. Allein in Bayern sind es rund 33.000. Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems, auch wenn die genauen Werte für 2023 noch unklar sind.

Johannes Becher, Grünen-Abgeordneter im bayerischen Landtag, äußert scharfe Kritik. Er warnt, München drohe zu einem "Abschiebe-Drehkreuz" zu werden, und bemängelt die mangelnde Transparenz bei der Planung des Terminals. Becher argumentiert zudem, dass die aktuelle Praxis vor allem Menschen mit festen Arbeitsplätzen und starken sozialen Bindungen treffe – statt sich auf Kriminelle zu fokussieren.

Stephan Griebel, Sprecher von ehrenamtlichen Hilfsnetzwerken in Freising, teilt diese Bedenken. Er fürchtet, das Terminal könnte zu einem inlandgelegenen Sekundärmigrationszentrum werden und Menschen damit effektiv vom Asylverfahren ausschließen. Griebel plädiert stattdessen für den Ausbau freiwilliger Rückkehrprogramme als humanere Alternative.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Benno Zierer, Abgeordnete der Freien Wähler, hinterfragt die prognostizierte Zunahme der Abschiebungen durch das Terminal. Er hält die erwartete Steigerung für unrealistisch hoch und verstärkt damit die wachsende Skepsis gegenüber dem Projekt.

Die Debatte um das Abschiebezentrum dreht sich vor allem um dessen mögliche Auswirkungen auf Integration und Gerechtigkeit. Während Befürworter die Notwendigkeit effizienter Abschiebungen betonen, fordern Gegner eine stärkere Konzentration auf freiwillige Rückkehren und Straftäter. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, wie Deutschland Durchsetzungsfähigkeit mit humanitären Gesichtspunkten in Einklang bringt.

Quelle