01 April 2026, 00:27

"Sonntagsblatt" in Bayern droht das Aus nach Streichung der Kirchenförderung

Eine alte Zeitung mit einem Schwarz-Weiß-Bild einer Kirche und umgebendem Text.

Kirchensteuer: Millioneneinschnitte bei Medienhaus - "Sonntagsblatt" in Bayern droht das Aus nach Streichung der Kirchenförderung

Die Zukunft des "Sonntagsblatts", der evangelischen Wochenzeitung von Bayern München, steht auf dem Prüfstand. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern streicht bis Ende 2026 ihre Millionenförderung für den Herausgeber der Zeitung, den Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV). Hintergrund ist eine Neuausrichtung der Medienförderung, da die Einnahmen aus der Kirchensteuer weiter stark zurückgehen.

Betroffen ist ein einstelliger Millionenbetrag, dessen genaue Höhe jedoch nicht bekannt gegeben wurde. Der EPV, ein eigenständiger rechtlicher Zusammenschluss, erhält derzeit jährliche Zuschüsse zur Finanzierung seiner Arbeit, darunter auch für das "Sonntagsblatt". Doch die Kirche setzt nun auf Wirtschaftlichkeit, Reichweite und strategische Ausrichtung ihrer Medienengagements.

Verhandlungen über neue Kooperationsmodelle mit dem EPV sollen 2027 beginnen. Trotz der Kürzung betont die Kirche, dass andere evangelische Medienaktivitäten fortgeführt werden. Dazu zählen die Arbeit im öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk sowie der Evangelische Pressedienst (epd).

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Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Überprüfung größerer Förderungen. Angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen prüft die Landeskirche, welche Projekte langfristig tragfähig bleiben.

Die Streichung der Mittel wirft Fragen nach dem Fortbestand des "Sonntagsblatts" über 2026 hinaus auf. Die Kirche will ihre öffentliche Präsenz über andere Medienkanäle sichern und gleichzeitig neue Wege der Zusammenarbeit mit dem EPV suchen. Das Ergebnis der anstehenden Verhandlungen wird die Zukunft der evangelischen Presselandschaft in Bayern maßgeblich prägen.

AKTUALISIERUNG

Funding Cuts Threaten 50 Jobs and 70% of Budget for Bavarian Evangelical Media

The Evangelische Presseverband für Bayern (EPV) has revealed new details about the financial impact of the church's funding withdrawal. Key facts include:

  • The EPV receives 2.6 million euros annually in general subsidies plus project-specific funds.
  • Without new agreements, funding could drop by up to 70% by 2026.
  • Around 50 jobs across the EPV's media operations are now at risk. EPV director Roland Gertz called the cuts 'disproportionate' and warned of uncertain futures for both staff and publications.