10 May 2026, 00:21

Social-Media-Influencer riskieren ihr Leben für Klicks – und Alpinisten schlagen Alarm

Schwarz-weißes Bild einer alten Zeitung mit der Überschrift "Glasnik, Januar 1918", das eine Gruppe von Menschen mit Rucksäcken zeigt, die einen Berg erklimmen.

Social-Media-Influencer riskieren ihr Leben für Klicks – und Alpinisten schlagen Alarm

Risikoreiche Bergtouren von Social-Media-Influencern sorgen für Besorgnis bei Alpin-Experten

Eine aktuelle Welle riskanter Bergbesteigungen durch Social-Media-Influencer hat bei Alpinexperten Alarm ausgelöst. Die Solo-Besteigung des Matterhorns durch den norwegischen Kletterer Magnus Midtbø – ohne Vorkenntnisse oder Führung – ging viral und löste scharfe Kritik von Alpinverbänden aus. Behörden warnen nun, dass solche waghalsigen Aktionen zu gefährlichen Nachahmungen und mehr Rettungseinsätzen führen könnten.

Midtbø veröffentlichte ein YouTube-Video seines Matterhorn-Aufstiegs, das mittlerweile 2,7 Millionen Aufrufe verzeichnet. Obwohl er bedauerte, unvorbereitet gewesen zu sein, rief er seine Follower dazu auf, sein Vorgehen nicht zu kopieren. Christoph Pirchmoser vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV) bezeichnete die Tour als leichtsinnig und betonte, Midtbø habe „unglaubliches Glück“ gehabt, einer Katastrophe zu entgehen.

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Ein weiterer Influencer, Jonathan Schöck, dokumentierte auf TikTok seine unvorbereitete Besteigung der Zugspitze – trotz Höhenangst. Unterdessen mussten zwei junge Wanderer in den Allgäuer Alpen von der Bergwacht Bayern gerettet werden, nachdem sie sich an einer schwierigen Route versucht hatten, die sie auf TikTok entdeckt hatten. Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern führte solche Vorfälle auf die Verherrlichung von Hedonismus und Selbstinszenierung im Bergsport durch Social Media zurück.

Alpinvereine im deutschsprachigen Raum reagieren mit Aufklärungskampagnen in den sozialen Medien, um über die Gefahren im Gebirge zu informieren. Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) relativierte den Trend und bezeichnete die Influencer als „Adrenalin-Junkies“, nicht jedoch als Teil einer breiten Bewegung. Dennoch warnte Anjan Truffer, dass bereits 1 Prozent von Midtbös Zuschauern, die sein Vorbild nachahmen, die Rettungsdienste mit einer drastischen Zunahme an Notfällen konfrontieren könnten.

Die viral gegangenen Stunts setzen die Bergrettung unter Druck und führen zu Forderungen nach mehr Sensibilisierung. Zwar mahnen inzwischen einige Influencer zur Vorsicht, doch Experten betonen die Notwendigkeit besserer Aufklärung über Sicherheit am Berg. Die Vorfälle zeigen, wie stark Social Media riskante Outdoor-Aktivitäten beeinflusst.

Quelle