Sixt warnt vor EU-Plänen: Höhere Mietpreise durch E-Auto-Pflicht für Firmenflotten
Franka KallertSixt warnt vor EU-Plänen: Höhere Mietpreise durch E-Auto-Pflicht für Firmenflotten
Autovermietungsriese Sixt kritisiert EU-Pläne für strengere Elektrifizierungsvorschriften bei Firmenflotten
Der Konzernchef von Sixt, Konstantin Sixt, hat die Bestrebungen der EU scharf verurteilt, die Elektrifizierung von gewerblichen Fahrzeugflotten durch schärfere Regeln voranzutreiben. Die geplanten Änderungen würden laut Sixt zu deutlich höheren Mietpreisen führen und erhebliche betriebliche Hindernisse schaffen. Er bezeichnete die Initiative als "Hintertür-Verbot für Verbrennungsmotoren".
Das sogenannte Automobil-Paket der EU, das erstmals Ende 2025 skizziert wurde, befindet sich derzeit in der Verhandlungsphase. Es sieht ehrgeizige Ziele vor: Bis 2030 müssen 83 Prozent der Fahrzeuge in deutschen Unternehmensflotten emissionsarm oder -frei sein, bis 2035 soll dieser Anteil auf 95 Prozent steigen. Doch Teile der Bundesregierung und des EU-Parlaments drängen nun darauf, die Vorgaben abzumildern.
Sixts Vorstandsvorsitzender nannte drei zentrale Problemfelder: Erstens würde die Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu höheren Kosten für die Kunden führen. Zweitens stehe das Unternehmen vor logistischen Herausforderungen, etwa beim Aufbau einer ausreichenden Ladeinfrastruktur und der Beschaffung geeigneter Modelle. Drittens könnte die Regulierung die Abhängigkeit Europas von chinesischen Batterieherstellern verstärken.
Die Haltung der Bundesregierung hat sich in den letzten Monaten gewandelt. Zwar unterstützte sie zunächst die strengen EU-Ziele für 2030 und 2035, doch nun scheint sie offen für Kompromisse zu sein. Die Verhandlungen laufen noch, wobei Branchenverbände und einige Abgeordnete auf eine Entschärfung der Übergangsregeln drängen.
Ziel der EU-Initiative ist es, die Emissionen von Firmenflotten zu senken. Doch Sixts Warnungen verweisen auf steigende Ausgaben, praktische Umsetzungsschwierigkeiten und Risiken in der Lieferkette. Die endgültige Ausgestaltung der Regelung wird davon abhängen, wie die Verhandlungen in den kommenden Monaten verlaufen.






