10 April 2026, 12:19

Ruth Weiss – eine Ikone des Widerstands gegen Apartheid und Rassismus stirbt mit 101 Jahren

Eine Black-Lives-Matter-Aktivistin spricht an einem Podium mit Mikrofon zu einer Menge, die Schilder hält, mit Lichtern und Gegenständen im Hintergrund.

Ruth Weiss – eine Ikone des Widerstands gegen Apartheid und Rassismus stirbt mit 101 Jahren

Ruth Weiss, gefeierte Journalistin und Anti-Apartheid-Aktivistin, ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Die 1924 in Fürth geborene Weiss verbrachte ihre frühen Jahre in Aschaffenburg, bevor sie als jüdische Jugendliche vor dem NS-Regime floh. Ihr lebenslanger Kampf gegen Rassismus, Ungerechtigkeit und Unterdrückung hinterlässt Spuren in Deutschland wie in Südafrika.

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1936 emigrierte Weiss nach Südafrika, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen. Dort baute sie sich als Journalistin und Schriftstellerin eine Karriere auf und nutzte ihre Stimme, um gegen Unrecht zu kämpfen. In den 1960er-Jahren wurde sie zu einer der prominentesten Gegnerinnen des Apartheid-Regimes und pflegte Kontakte zu Schlüsselfiguren wie Nelson Mandela.

Trotz ihres Exils blieb sie Deutschland eng verbunden. Regelmäßig kehrte sie zurück, um die nach ihr benannte Ruth-Weiss-Realschule in Aschaffenburg zu besuchen – die Schule trägt seit 2010 ihren Namen und bewahrt ihr Erbe der Menschlichkeit und Versöhnung. Ihr Engagement beschränkte sich jedoch nicht auf den Kampf gegen Apartheid: Über sechs Jahrzehnte hinweg setzte sie sich leidenschaftlich für Frauenrechte, den Schutz von Minderheiten und gegen Rassismus ein.

Für ihr Wirken wurde Weiss 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 2023 folgte Südafrikas höchste Ehre, der Orden der Gefährten von O. R. Tambo. Noch in diesem Jahr erhielt sie das Große Bundesverdienstkreuz.

Um ihr Vermächtnis zu bewahren, wurde 2019 die Ruth-Weiss-Gesellschaft gegründet, die bis heute die Werte vertritt, für die sie ihr Leben lang einstand.

Ruth Weiss starb am 5. September. Ihr Werk prägt bis heute politische und gesellschaftliche Debatten. Durch Auszeichnungen, die nach ihr benannte Schule und die Gesellschaft, die sich ihrem Anliegen widmet, bleibt ihr Einfluss lebendig. Noch immer greifen Schulen, Aktivist:innen und Regierungen auf ihre Schriften und Prinzipien zurück.

Quelle