11 April 2026, 00:22

Bayerns teure Wette auf Wasserstoff scheitert an mangelnder Nachfrage und leeren Straßen

Drei wasserstoffbetriebene Autos nebeneinander auf einem Parkplatz mit Maschendrahtzaun und Gras im Hintergrund geparkt.

Bayerns teure Wette auf Wasserstoff scheitert an mangelnder Nachfrage und leeren Straßen

Bayern hat massiv in Wasserstofftechnologie investiert – trotz der geringen Verbreitung von Brennstoffzellenfahrzeugen. Die Landesregierung hat Millionen in Tankstellen gesteckt, doch Kritiker halten die Ausgaben für verschwendet. Gleichzeitig kämpfen Unternehmen wie SFC Energy mit finanziellen Problemen, da die Nachfrage nach Wasserstofflösungen schwächelt.

In den vergangenen Jahren hat sich Hubert Aiwander, Bayerns Wirtschaftsminister, als überzeugter Fürsprecher der Wasserstofftechnik positioniert. 2021 besuchte er das Leichtbaukompetenzzentrum von BMW in Landshut, um sich über die Fortschritte in diesem Bereich zu informieren. Ein Jahr später sagte er bei einer Veranstaltung in Garching den Durchbruch von Wasserstoff im Pkw-Bereich voraus.

Seither hat das Land rund 60 Millionen Euro in den Aufbau von Wasserstofftankstellen investiert. Aktuell gibt es in Bayern 17 solche Stationen. Bundesweit sind 263 Wasserstoff-Lkw und lediglich 1.802 Pkw mit Brennstoffzellenantrieb unterwegs. In Bayern selbst wurden im ersten Halbjahr 2025 nur 43 Wasserstoff-Pkw neu zugelassen.

Kritiker, darunter die bayerische SPD, bezeichnen die Investitionen als Verschwendung von Steuergeldern. Sie verweisen auf die geringe Zahl an Wasserstofffahrzeugen im Vergleich zu 1,65 Millionen Elektroautos in ganz Deutschland. Gleichzeitig verzeichnet das bayerische Unternehmen SFC Energy, das auf Wasserstofftechnologie spezialisiert ist, sinkende Gewinne – bedingt durch schwache Nachfrage und Projektverzögerungen.

Der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur geht zwar voran, doch die Nutzung hält sich in Grenzen. Angesichts der wenigen Brennstoffzellenautos auf den Straßen wird die Debatte über die öffentliche Förderung immer lauter. Für Unternehmen wie SFC Energy könnte ein dichteres Tankstellennetz zwar Stabilität bringen – doch nur, wenn die Nachfrage steigt.

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