Neuer Buglas-Präsident fordert mehr Tempo beim Glasfaserausbau in Deutschland
Claudius StadelmannNeuer Buglas-Präsident fordert mehr Tempo beim Glasfaserausbau in Deutschland
Der Bundesverband Glasfaser (Buglas) hat Patrick Helmes im Jahr 2025 zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Er übernimmt das Amt zu einer Zeit, in der der Glasfaserausbau in Deutschland vor großen Herausforderungen steht – insbesondere bei der Erschließung einzelner Wohnungen. Die Branche fordert stärkere politische Unterstützung, um Investitionen und die Verbreitung der Technologie zu beschleunigen.
Helmes, der auch die Bochumer Glasfaser Ruhr leitet, betont die Notwendigkeit, die Kosten für Glasfaseranschlüsse zu senken, um mit den günstigeren Kabelalternativen konkurrieren zu können. Sein Argument: Die aktuellen Preise bremsen die flächendeckende Nachfrage in Gebieten aus, die bereits mit VDSL oder Kabelnetzen versorgt sind.
Eine der größten Hürden für den Buglas bleibt der zögerliche Ausbau der Glasfaser innerhalb von Gebäuden, der sogenannten NE4. Auch der Wechsel von alten Kupfernetzen zu Glasfaser gestaltet sich komplex. Der Verband setzt sich dafür ein, dass dieser Übergang für Endkunden reibungslos verläuft und keine Verwirrung während der Umstellung entsteht.
Kürzlich veröffentlichte der Buglas eine Studie, die Glasfaser- und Kabelnetze vergleicht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kabelinfrastruktur weniger zuverlässig, weniger nachhaltig und auf Dauer teurer im Unterhalt ist. Dennoch kritisierte Helmes die aktuelle Werbekampagne der Regierung für Glasfaser als zu lasch, um echten Wandel voranzutreiben.
Der Verband plant nun eine offizielle Stellungnahme zum vom Ministerium vorgeschlagenen Regelwerk für den Umstieg von Kupfer auf Glasfaser. Helmes strebt einen kooperativen Ansatz an, insbesondere mit großen Anbietern wie der Telekom und Vodafone. Sein Ziel ist es, den NE4-Ausbau zu beschleunigen, ohne dass Kunden dabei Nachteile erleben.
Bisher konzentrierte sich die politische Förderung von Glasfaserinfrastrukturen vor allem auf übergeordnete Digitalziele wie Rechenzentren und Cybersicherheit. Der Buglas jedoch argumentiert, dass gezieltere Unterstützung nötig ist, um Glasfaser für Haushalte und Unternehmen attraktiv zu machen.
Der Verband wird weiterhin auf niedrigere Glasfaserpreise und bessere politische Anreize drängen. Seine Reaktion auf den Ministeriumsentwurf könnte die künftige Zusammenarbeit mit den Telekommunikationsriesen prägen. Aktuell liegt der Fokus darauf, Kostenschranken abzubauen und Nutzer vom Wechsel von Kabel zu Glasfasernetzen zu überzeugen.






