Neue Flüchtlingsunterkunft in Zirndorf startet im Oktober mit 120 Plätzen
Klaas BarthNeue Flüchtlingsunterkunft in Zirndorf startet im Oktober mit 120 Plätzen
Neue Flüchtlingsunterkunft in Zirndorf soll in Kalenderwoche 43 eröffnet werden
Das Landratsamt Fürth hat ein Gebäude in der Sternstraße für vier Jahre angemietet, um dort eine Unterkunft für bis zu 150 Menschen einzurichten. Zunächst werden ausschließlich Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht, wobei die Belegung voraussichtlich unter der Maximalkapazität bleiben wird. Die Eröffnung ist für Oktober geplant, mit einer anfänglichen Auslastung von etwa 110 bis 120 Personen.
Die Einrichtung ist Teil einer größeren Strategie, um die Nutzung von Sporthallen als Notunterkünfte zu vermeiden und den lokalen Wohnungsmarkt nicht zusätzlich zu belasten. Anwohnerinnen und Anwohner wurden bereits informiert und haben die Möglichkeit, die Unterkunft vor der Inbetriebnahme zu besichtigen.
Die Verwaltung der Unterkunft übernimmt die Unterkunftsabteilung des Landratsamts Fürth, unterstützt durch die Flüchtlings- und Integrationsberatung des Caritasverbandes. Fachkräfte für Integration werden zudem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer begleiten, die sich um die Neuankömmlinge kümmern. Ein Sicherheitsdienst steht während des gesamten Betriebs als Ansprechpartner für Bewohner wie auch Nachbarn zur Verfügung.
Die Finanzierung und Verteilung der Unterkunft obliegt der Regierung von Mittelfranken, wobei die Kosten vom Freistaat Bayern getragen werden. Das Landratsamt betont, dass in der Einrichtung strukturierte Unterstützung im Vordergrund steht – darunter auch Hilfen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt.
Debatte über Kürzungen bei Flüchtlingsleistungen
Unterdessen diskutiert die Bundesregierung über Änderungen bei den Leistungen für Geflüchtete. Ein Entwurf für ein Leistungsrechtsanpassungsgesetz sieht vor, dass ukrainische Geflüchtete, die nach dem 1. April 2025 einreisen, künftig nicht mehr Bürgergeld (SGB II) erhalten, sondern die niedrigeren Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Damit würde die monatliche Unterstützung für Alleinstehende von etwa 560 Euro auf 450 Euro sinken. Zudem würde die Zuständigkeit von den Jobcentern auf die Sozialämter übergehen. Kritiker warnen, dass diese Umstellung die Integration in den Arbeitsmarkt erschweren könnte, während die finanzielle Verantwortung auf Länder und Kommunen verlagert würde.
Die Zirndorfer Unterkunft soll im Oktober den Betrieb aufnehmen. Um mögliche Bedenken auszuräumen, hat das Landratsamt für Anwohner Besichtigungstermine organisiert. Langfristig wird der Erfolg des Standorts von der Zusammenarbeit professioneller Dienste und ehrenamtlicher Netzwerke abhängen, die Geflüchteten beim Ankommen in der Region helfen.






