Neue EU-Regeln: Strengere Gasprüfungen für Wohnmobile und jährliche TÜV-Pflicht für alte Autos
Franka KallertNeue EU-Regeln: Strengere Gasprüfungen für Wohnmobile und jährliche TÜV-Pflicht für alte Autos
In Europa stehen neue Regeln für Fahrzeuguntersuchungen bevor. Die Europäische Kommission plant, jährliche Pflichtprüfungen für Pkw und leichte Transporter einzuführen, die älter als zehn Jahre sind. Gleichzeitig gelten bereits verschärfte Sicherheitsvorschriften für Gasanlagen in Freizeitfahrzeugen – mit Fristen, die 2025 näher rücken.
Besitzer von Wohnmobilen und Campingfahrzeugen müssen nun sicherstellen, dass ihre Flüssiggasanlagen (LPG) den aktualisierten Sicherheitsstandards entsprechen. Wer die Vorgaben nicht einhält, riskiert Bußgelder und Strafen.
Die aktuelle Verordnung betrifft Freizeitfahrzeuge mit fest eingebauten Flüssiggasanlagen. Nach der neuen Regelung benötigen diese ein gültiges Gas-Sicherheitsprüfzertifikat, das dem technischen Standard DVGW G 607 entspricht. Fahrzeuge ohne Erstprüfung bis zum 19. Juni 2025 gelten als nicht konform.
Die Untersuchung umfasst das gesamte Gassystem, einschließlich Dichtheitsprüfungen und Funktionskontrollen. Zertifizierte Fachkräfte müssen alle Komponenten gründlich überprüfen. Besitzer sind verpflichtet, diese Kontrollen alle zwei Jahre durchführen zu lassen – ohne Ausnahmen.
Bei Nichteinhaltung der Frist handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Die Bußgelder liegen je nach Schwere der Verspätung zwischen 15 und 60 Euro. Bei überfälligen Hauptuntersuchungen steigen die Strafen deutlich: auf bis zu 88,50 oder 103,50 Euro – zusätzlich gibt es einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg.
Hintergrund der verschärften Kontrollen sind Bedenken wegen alter, beschädigter oder mangelhaft gewarteter Gasanlagen. Die Behörden argumentieren, dass solche Risiken regelmäßige Überwachung erfordern. Der ADAC kritisiert jedoch die geplanten jährlichen Untersuchungen für ältere Autos als überzogen.
Unklar ist noch, wie viele zugelassene Werkstätten oder mobile Dienstleister in Deutschland die DVGW-G-607-Prüfung durchführen dürfen. Fahrzeugbesitzer müssen jedoch schnell handeln, um Strafen zu vermeiden.
Die neuen Vorschriften bedeuten für Besitzer von Freizeitfahrzeugen: Die Gasprüfung hat bis Mitte 2025 Priorität. Wer die Frist verpasst, muss mit Bußgeldern und möglichen Sicherheitsrisiken rechnen. Gleichzeitig bleibt die Debatte über jährliche Pflichtuntersuchungen für ältere Autos umstritten – Kritiker hinterfragen deren Notwendigkeit.






