22 March 2026, 00:22

Neue Agrarregeln 2027: Mehr Rechtssicherheit, weniger Bürokratie für Landwirt:innen

Eine Graslandschaft mit grünem Gras und keinen sichtbaren Bäumen oder Strukturen.

Neue Agrarregeln 2027: Mehr Rechtssicherheit, weniger Bürokratie für Landwirt:innen

Deutsche Behörden haben vor der Düngesaison 2027 zentrale Entscheidungen zur Vereinfachung der Agrarregeln getroffen. Die Änderungen sollen Landwirtinnen und Landwirten mehr Rechtssicherheit bieten und gleichzeitig bestimmte Umwelt- und Verwaltungsauflagen lockern. Eine hochrangige Arbeitsgruppe wird zudem auf der anstehenden Agrarministerkonferenz Ende September eine neue Düngemittelstrategie vorstellen.

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Seit Januar sind Öko-Betriebe von mehreren Umweltstandards – den sogenannten GLÖZ 1, 3, 4, 5, 6 und 7 – befreit. Eine weitere Anpassung erlaubt es, Brachflächen nach GLÖZ 6 ohne gesonderten Antrag für die Schädlingsbekämpfung zu nutzen, etwa gegen die Schilf-Glasflügelzikade. Kleinere Betriebe mit weniger als 30 Hektar erhalten rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 eine Befreiung von Fruchtfolgekontrollen und -strafen (GLÖZ 7).

Bund und Länder einigten sich auf einen Stichtag für die Umwandlung von Grünland. Landwirtinnen und Landwirte müssen Dauergrünland oder Kleegrasflächen nicht mehr umbrechen, wenn diese bis zum 1. Januar 2026 als Ackerland registriert waren. Zudem wird die Umstellungsfrist für den Ökolandbau von fünf auf sieben Jahre verlängert – ebenfalls rückwirkend ab diesem Datum.

Streit gab es bei den Fördermitteln für tierwohlgerechte Stallumbauten. Gleichzeitig lehnen mehrere Bundesländer die EU-Naturwiederherstellungsverordnung ab und fordern Ausnahmen für Agrarflächen, niedrigere Renaturierungsziele sowie längere Fristen. Wie viele Länder sich konkret widersetzen, bleibt unklar, da die Verhandlungen mit der Bundesregierung noch laufen.

Bei der Finanzierung bestätigte der Bundesminister, dass die im Planak-Umlaufverfahren geplante Kürzung von 150 Millionen Euro dauerhaft rückgängig gemacht wird. Dies folgt früheren Zusagen an die Agrarminister der Länder.

Die Neuerungen schaffen für Landwirtinnen und Landwirte klarere Regeln vor Beginn der Düngesaison 2027. Befreiungen für Öko-Betriebe, verlängerte Umstellungsfristen und gelockerte Grünlandvorgaben sollen den bürokratischen Aufwand verringern. Ungeklärt bleiben jedoch die Konflikte um Tierwohl-Fördergelder und die EU-Renaturierungsziele.

Quelle