München vertagt Mindestpreise für Uber und Bolt – Verhandlungen bis 2026
Claudius StadelmannMünchen vertagt Mindestpreise für Uber und Bolt – Verhandlungen bis 2026
Der Münchner Stadtrat hat eine Entscheidung über Mindestpreise für Ridepooling-Dienste wie Uber und Bolt vertagt. Statt sofort neue Regeln durchzusetzen, hat Oberbürgermeister Dieter Reiter weitere Verhandlungen mit den Plattformen gefordert. Mit diesem Schritt soll den Bedenken begegnet werden, die Beamte als "ruinösen Wettbewerb" zwischen Taxis und appbasierten Anbietern bezeichnen.
Ursprünglich war geplant, feste Mindestpreise für Fahrten mit Ridepooling-Diensten in München festzulegen. Laut dem Vorschlag hätten Dienste wie Uber und Bolt mindestens 5,42 Euro pro Fahrt sowie 2,57 Euro pro Kilometer berechnen müssen. Diese Tarife sollten sich stärker an den herkömmlichen Taxipreisen orientieren.
Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat nun einen anderen Weg gewählt. Statt Regeln direkt vorzugeben, werden individuelle Vereinbarungen mit jedem Unternehmen ausgehandelt. Die Plattformen haben bis zum 30. Juni 2026 Zeit, sich auf Mindest- und Höchstpreise sowie auf Mindestgebühren pro Fahrt zu einigen.
Oberbürgermeister Reiter hat die Ridepooling-Unternehmen aufgefordert, ihre Preise an den bestehenden Taxitarifen auszurichten. Sollte bis zum Stichtag keine Einigung erzielt werden, wird der Stadtrat selbst die Mindestpreise festsetzen. Die Entscheidung folgt auf Kritik an ungleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen Taxis und appbasierten Diensten, die nach Ansicht der Behörden zu sinkenden Standards und Einkommen geführt haben.
Die Verzögerung gibt Uber, Bolt und ähnlichen Plattformen nun mehr als ein Jahr Zeit, faire Preisbedingungen auszuhandeln. Scheitern die Gespräche, wird München ab Mitte 2026 eigene Mindesttarife durchsetzen. Das Ergebnis wird maßgeblich darüber entscheiden, wie Ridepooling-Dienste künftig neben traditionellen Taxis in der Stadt operieren.






