Kontroverses Luxusressort bedroht Albaniens Wildfluss-Nationalpark und löst weltweite Proteste aus
Klaas BarthKontroverses Luxusressort bedroht Albaniens Wildfluss-Nationalpark und löst weltweite Proteste aus
Albanien hat einem Unternehmen mit Verbindungen zu Jared Kushner einen Sonderstatus gewährt, der den Bau eines Milliardenprojekts in Form eines Luxusressorts auf einer geschützten Insel ermöglicht. Das Vjosa-Narta-Delta, Europas erster Wildfluss-Nationalpark, beherbergt seltene Rosaflamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Aktuelle Proteste auf der Insel, bei denen pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte als Symbol dienten, haben weltweit Aufmerksamkeit erregt.
Die albanische Regierung unter Ministerpräsident Edi Rama verlieh dem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“. Damit umging sie die üblichen Umweltprüfungen für das Vorhaben. Rama warf zudem dem Iran öffentlich vor, die Proteste gegen das Projekt zu schüren, und bezeichnete Mitglieder der Mujahedin-e-Chalk (MEK) als „iranische Männer und Frauen, die nach Freiheit streben“.
Albanien beherbergt Tausende Angehörige der MEK, einer Gruppe, die von den USA und der EU einst als terroristisch eingestuft wurde. Die Außenpolitik des Landes, darunter auch der Beitritt zu Trumps „Friedensgremium“, wirft Fragen nach der Ausrichtung auf die EU auf. Kushner, der Schwiegersohn Trumps, hatte zuvor eine Vermittlerrolle bei den Abraham-Abkommen inne, die die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zum Ziel hatten.
Das Resort-Projekt fällt in eine Phase, in der Albanien Teil von Israels „Peripherie-Strategie“ ist, die darauf abzielt, durch Bindungen an nicht-arabische Staaten die diplomatische Isolation zu verringern. Die Proteste gegen das Vorhaben lenken die Aufmerksamkeit auf die ökologischen Risiken im Vjosa-Narta-Delta.
Die Genehmigung des Ressorts markiert eine Wende in Albaniens Umwelt- und Außenpolitik. Trotz der Lage in einem geschützten Nationalpark wird das Projekt vorangetrieben. Internationale Beobachter verfolgen gespannt, wie sich die Entwicklung und die Proteste weiterentwickeln werden.
