05 April 2026, 00:21

Kardinal Marx fordert mehr Religion für stabile Demokratien – doch die Kirche verliert Mitglieder

Ein Plakat mit Bildern von Menschen und dem Text "Unseres Landes Wahl: Harmonie, Frieden, Wohlstand und Wohlstand."

Kardinal Marx fordert mehr Religion für stabile Demokratien – doch die Kirche verliert Mitglieder

Kardinal Reinhard Marx betont die zentrale Rolle der Religion für demokratische Gesellschaften

Bei einer Veranstaltung in Linz hat Kardinal Reinhard Marx die unverzichtbare Bedeutung der Religion für den Erhalt demokratischer Systeme hervorgehoben. Demokratie, so seine Argumentation, sei auf Menschen angewiesen, die über bloße gesetzliche Pflichten hinausgehen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die katholische Kirche in Deutschland mit einem dramatischen Mitgliederschwund konfrontiert ist.

Marx erklärte in Linz, die Demokratie "brauche die Religion", um zu gedeihen. Eine funktionsfähige Gesellschaft basiere auf Menschen, die Solidarität und Engagement zeigen – und zwar über das hinaus, was Gesetze vorschreiben. Dieses Prinzip des "Mehr-Gebens" – sei es durch Großzügigkeit, Zeit oder Einsatz – bilde das Rückgrat einer echten demokratischen Ordnung.

Den Sonntag bezeichnete er als ein "Denkmal der Demokratie", einen Tag, der beweise, dass die Gesellschaft nicht nur Profit und Effizienz, sondern auch höhere Werte achte. Seine Vision ist klar: Wer Demokratie gestalten wolle, solle Christen aktiv als Partner suchen, da deren Werte mit Gerechtigkeit und dem Widerstand gegen eine Kultur der Maßlosigkeit übereinstimmten.

Gleichzeitig räumte Marx die Krise der Kirche ein. Die Zahl der Mitglieder ist seit den 1960er-Jahren von etwa 27 Millionen (damals 40 Prozent der deutschen Bevölkerung) auf 19,2 Millionen im Jahr 2025 (23 Prozent) gesunken. Allein im vergangenen Jahr traten 307.117 Menschen aus – deutlich mehr, als durch Neuaufnahmen, Rückkehrer oder Taufen hinzukamen. Zudem schrumpft die Gemeinschaft durch den Tod älterer Mitglieder weiter.

Experten wie Thomas Schüller führen den Vertrauensverlust als Hauptgrund an, nicht allein finanzielle Faktoren wie die Kirchensteuer. Demografische Verschiebungen, etwa der Rückgang junger Mitglieder, verschärfen die Lage zusätzlich.

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Marx' Plädoyer für die Rolle der Religion in der Demokratie steht damit im Kontrast zur schwindenden Bedeutung der Kirche in Deutschland. Während er Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit betont, verliert die von ihm vertretene Institution weiterhin an Einfluss. Die Kluft zwischen seiner Vision und der Realität des Mitgliederschwunds bleibt groß.

Quelle