Jugendamt Regensburg stabilisiert Haushalt 2026 trotz wachsender Herausforderungen
Claudius StadelmannJugendamt Regensburg stabilisiert Haushalt 2026 trotz wachsender Herausforderungen
Jugendamt Regensburg stabilisiert Haushalt 2026 nach Jahren steigender Kosten
Nach jahrelang anwachsenden Ausgaben ist es dem Jugendamt des Landkreises Regensburg gelungen, den Haushalt für 2026 zu konsolidieren. Bei einer Sitzung am 17. März prüften die Verantwortlichen vorläufige Zahlen, die nur einen geringfügigen Anstieg des erforderlichen Finanzbedarfs zeigen. Die Veränderungen folgen auf eine Reihe von Reformen, die 2025 eingeführt wurden, um die Ausgaben zu begrenzen und gleichzeitig zentrale Leistungen auszubauen.
Ein entscheidender Schritt erfolgte im Oktober 2025 mit der Einrichtung einer neuen Fachstelle für Kinderschutz. Parallel dazu werden im gesamten Landkreis alternative Förderprogramme eingeführt, darunter zwei Pilotprojekte, die im Mai 2026 starten sollen.
Anfang 2025 stand der Jugendhilfeausschuss unter Druck, die wachsenden Kosten zu bremsen. Im März lehnte das Gremium die Finanzierung neuer Stellen für schulbezogene Jugendsozialarbeit ab. Stattdessen billigte es sieben neue Anträge auf Förderung sowie zwei Anfragen zur Verlängerung von Betreuungszeiten – allerdings nur grundsätzlich.
Bis Oktober 2025 hatte das Jugendamt die Beratungs-, Vermittlungs- und Schutzstelle (BVS) ins Leben gerufen. Dieses spezialisierte Team sollte die zunehmende Komplexität von Kinderschutzfällen bewältigen. Gleichzeitig wurden strengere Richtlinien für Einzelbetreuungsangebote an Schulen eingeführt. Die Maßnahmen reduzierten sowohl die Fallzahlen als auch die Gesamtkosten.
Die Haushaltsberatungen für 2026 zeigten die Wirkung dieser Änderungen: Höhere Erstattungen durch externe Träger, strengere Fallprüfungen und ein Pool-System für Schulbegleitdienste halfen, die Ausgaben zu senken. Dadurch beläuft sich der erforderliche Zuschuss für 2026 auf 42,034 Millionen Euro – nur 22.700 Euro mehr als im Vorjahr.
Trotz knapper Mittel werden einige Angebote ausgeweitet. Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) wird im Schuljahr 2026/2027 an fünf weiteren Standorten aktiv sein und damit von 41 auf 46 Schulen wachsen. Dies gelang durch die Umverteilung bestehender Personalressourcen statt durch Neueinstellungen.
Zudem laufen neue Initiativen an: Das PROS-Programm wurde eingeführt, und das Pool-System umfasst nun auch Unterstützungszentren in Neutraubling und Hemau. Ab Mai 2026 startet ein Pilotprojekt mit ambulanten Sprechstunden in den Familienberatungsstellen Regenstauf und Schierling, betreut von sozialpädagogischen Fachkräften.
Der Jugendhilfeausschuss stimmte einstimmig für den Haushalt 2026. Die endgültige Zustimmung durch den Kreistag wird Mitte April erwartet.
Fazit: Kostenanstieg gebremst, Leistungen teilweise ausgeweitet Dem Landkreis ist es gelungen, den Anstieg der Jugendhilfeausgaben zu verlangsamen und gleichzeitig bestimmte Angebote auszubauen. Der Haushalt 2026 bleibt nahezu stabil mit nur einer minimalen Erhöhung des Finanzbedarfs. Durch Umstrukturierungen und neue Programme konnten moderate Erweiterungen umgesetzt werden – etwa mehr JaS-Standorte und zusätzliche Beratungszentren.
Die nächsten Schritte hängen von der endgültigen Abstimmung im Kreistag im April ab. Bei einer Zustimmung treten die Pläne mit Beginn des neuen Haushaltsjahres in Kraft.






