IKEA wagt radikalen Neuanfang mit Mini-Filialen gegen Online-Konkurrenz
Klaas BarthIKEA wagt radikalen Neuanfang mit Mini-Filialen gegen Online-Konkurrenz
IKEA ändert seine Ladenstrategie, um sinkende Umsätze und die wachsende Konkurrenz durch Onlinehändler zu bekämpfen. Das Unternehmen setzt künftig auf kleinere Filialen – ein radikaler Wandel in seinem Einzelhandelskonzept. Der erste dieser neuen Läden hat in Ingolstadt, Bayern, eröffnet.
Der Möbelriese kämpft mit einem schwächelnden Markt und veränderten Einkaufsgewohnheiten. Online-Umsätze machen mittlerweile fast 1,5 Milliarden Euro des deutschen Gesamtumsatzes aus – etwa ein Viertel. Das zwingt IKEA, sein traditionelles Großflächenkonzept zu überdenken.
Die neuen Filialen werden mit rund 2.950 Quadratmetern deutlich kleiner sein als die üblichen 35.000 Quadratmeter großen Häuser. Sie bieten etwa 2.650 sofort mitnehmbare Artikel und 1.000 Ausstellungsstücke zur Bestellung an. Kunden sollen die Läden vor allem als Schauräume und Beratungszentren nutzen, während der Großteil der Käufe online getätigt wird.
IKEA plant, zunächst 20 dieser Läden weltweit zu eröffnen, weitere sollen folgen. Das neue Format lässt sich schneller und kostengünstiger umsetzen und ermöglicht dem Unternehmen, auch in Gebieten Fuß zu fassen, in denen große Filialen nicht realisierbar sind. Die künftige Expansion wird vor allem auf diesem kleineren Modell basieren.
Mit dem Schritt will IKEA sich an das schwierigere Einzelhandelsumfeld anpassen. Die kleineren Läden sollen das Online-Wachstum ergänzen und gleichzeitig die Kosten senken. Die ersten Standorte dienen als Test für das neue Konzept, bevor es flächendeckend eingeführt wird.
