IfA-Studie 2026: Wie chinesische Autohersteller Händler vor neue Herausforderungen stellen
Claudius StadelmannIfA-Studie 2026: Wie chinesische Autohersteller Händler vor neue Herausforderungen stellen
Das Institut für Automobilwirtschaft (IfA) hat seine jüngste Jahresstudie gestartet, um die Beziehungen zwischen Autohäusern und Herstellern zu bewerten. Die diesjährige Umfrage legt besonderen Fokus auf aufstrebende Marken – insbesondere chinesische Automobilhersteller –, da wirtschaftliche Herausforderungen und sich wandelnde Marktanforderungen die Branche umgestalten. Die Ergebnisse sollen Herstellern, Importeuren und Händlern helfen, Spannungsfelder zu identifizieren und die Zusammenarbeit zu verbessern.
Die IfA-Studie bewertet fünf zentrale Beziehungsdimensionen anhand von 40 Einzelkriterien, um über die Jahre hinweg vergleichbare Daten zu liefern. Die Befragungen erfolgen online und telefonisch und richten sich an Autohausinhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte. Ihre Antworten spiegeln die täglichen Interaktionen mit Herstellern und Importeuren wider und zeigen die praktischen Herausforderungen des Sektors auf.
Für 2026 wurde der Fragebogen aktualisiert, um neue Trends abzudecken – darunter der wachsende Gebrauchtwagenmarkt und die finanziellen Belastungen der Händler. Autoscout24 unterstützt die Studie bereits im siebten Jahr in Folge und unterstreicht damit die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen der Handel konfrontiert ist.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Performance chinesischer Marken wie BYD, Nio und XPeng. In den vergangenen zwei Jahren haben die Händler ihre Erwartungen erhöht: Sie fordern bessere lokale Lagerbestände, schnellere Ersatzteillieferungen innerhalb von 48 Stunden sowie umfassendere Schulungen für das Servicepersonal. Die anfängliche Euphorie über niedrige Markteintrittshürden ist verflogen, da diese Marken mit geringer Markenbekanntheit (20–30 % im Vergleich zu 80–90 % bei etablierten Namen wie VW oder BMW), schwächeren Servicenetzen (40 % weniger Partner) und höheren Reklamationsquoten (bis zu 15 % vs. 5–7 %) aufgrund von Softwareproblemen und Batteriedefekten kämpfen. Studien des ADAC und des VDA aus dem Jahr 2025 bestätigen diese anhaltenden Probleme.
Markengebundene Autohäuser können weiterhin online oder telefonisch an der Umfrage teilnehmen. Die Ergebnisse werden am 25. Juni 2026 im Drivers and Business Club in München präsentiert.
Die Studienergebnisse bieten Herstellern und Händlern klare Einblicke in aktuelle Problemfelder – vor allem bei aufstrebenden Marken. Durch die Bewältigung dieser Herausforderungen soll die Branche Konflikte verringern, die Planbarkeit erhöhen und Partnerschaften stärken. Der Abschlussbericht wird im Rahmen einer eigenen Veranstaltung in München noch in diesem Jahr vorgestellt.






