28 June 2026, 14:13

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Glanz und kolonialer Kritik

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Glanz und kolonialer Kritik

Fünf Jahre Humboldt Forum: Kulturelles Leuchtturmprojekt mit kolonialem Erbe

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Humboldt Forum hat sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. In dieser Zeit hat es sich zu einem der bedeutendsten Kulturorte Berlins entwickelt – mit Lesungen, Aufführungen, Konzerten und Diskussionsrunden. Doch seine prunkvolle Architektur und die kolonialen Bezüge sorgen seit jeher für Kritik.

Seit seiner Eröffnung beherbergt das Forum das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Jährlich zieht es rund 634.000 Ausstellungsbesucher an, die Gesamtzahl der Gäste – inklusive derer, die nur für Fotos vorbeikommen – beläuft sich auf 3,3 Millionen.

Das Gebäude selbst steht in der Kritik. Gegner werfen ihm vor, es wirke zu sehr wie ein Palast und zu wenig wie ein offener urbaner Raum. Durch seine Gestaltung mit Rolltreppen und Betonflächen fühle sich das kulturelle Programm oft abgehoben und schwer zugänglich an.

Trotz dieser Vorbehalte hat das Humboldt Forum wichtige gesellschaftliche Debatten angestoßen. Themen wie Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt erhalten durch seine Existenz neue Aufmerksamkeit. Die Veranstaltungen setzen sich häufig mit drängenden Fragen auseinander – vom Schwinden demokratischer Werte über globale Ungerechtigkeit bis hin zu Bedrohungen der künstlerischen Freiheit.

Die Künstlerin Sarah Ama Duah präsentierte kürzlich ihre Performance „to build to bury to remember“, in der sie Objekte als lebendige, autonome Körper neu interpretierte – eine provokante Auseinandersetzung mit den kolonialen Perspektiven vieler Ausstellungsstücke.

Das Humboldt Forum bleibt ein polarisierender Ort. Es zieht weiterhin große Besuchermassen an, steht aber zugleich wegen seiner Aufarbeitung kolonialer Erblast in der Diskussion. Sein Einfluss auf kulturelle und politische Diskurse ist jedoch unbestritten.

Quelle