Hensoldt mit Rekordaufträgen, aber steigenden Verlusten im Jahr 2025
Claudius StadelmannHensoldt mit Rekordaufträgen, aber steigenden Verlusten im Jahr 2025
Hensoldt verzeichnet gemischte Finanzzahlen für die ersten neun Monate 2025
Der Rüstungskonzern Hensoldt mit Sitz in Taufkirchen bei München hat für die ersten neun Monate des Jahres 2025 eine durchwachsene Bilanz vorgelegt. Zwar verzeichnete das Unternehmen einen Rekordauftragseingang und ein Umsatzwachstum, doch vertieften sich die Nettoverluste, und die Schulden stiegen. Die aktuellen Zahlen zeigen sowohl eine Expansion in den Kerngeschäftsbereichen als auch anhaltende finanzielle Herausforderungen.
Der Auftragsbestand des Unternehmens stieg im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 um 6,8 % auf 8,83 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2025 ein Rekordauftragseingang von 4,71 Milliarden Euro verbucht worden war. Zu diesem Anstieg trägt ein 100-Millionen-Euro-Auftrag von Diehl Defence bei, der im Februar 2026 für TRML-4D-Luftabwehrradare im Rahmen der European Sky Shield Initiative vergeben wurde. Bereits im Januar 2023 hatte Hensoldt zudem einen Auftrag für die Nahbereichs-Luftabwehrsysteme der Bundeswehr erhalten – gemeinsam mit Rheinmetall Electronics und Diehl Defence.
Der Umsatz wuchs in den ersten neun Monaten 2025 um 11,5 %, angetrieben vor allem durch die Sparte Sensoren, die mehr als 85 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Die Sparte Optronik, zu der Zielfernrohre, Nachtsichtgeräte und Wärmebildtechnik gehören, steuert den Rest bei. Trotz dieses Wachstums weitete sich der Nettoverlust im gleichen Zeitraum um 45,5 % aus.
Finanziell stieg die Verschuldungsquote von Hensoldt von 76,6 % Ende 2023 auf 82,9 % bis September 2025. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Zukunft liegt nun bei 45 – deutlich über der historischen Spanne von 9 bis 19 in den Jahren 2020 bis 2024. Die Book-to-Bill-Ratio blieb jedoch stabil bei 1,3 und entspricht damit dem Vorjahreswert. Die Aktien des Unternehmens werden weiterhin im MDax und TecDax gehandelt.
Die jüngsten Ergebnisse von Hensoldt zeigen eine starke Nachfrage nach seinen Verteidigungssystemen, wobei Großaufträge den Auftragsbestand erhöhen. Dennoch belasten steigende Verluste und eine höhere Verschuldung die finanzielle Situation weiter. Die künftige Performance des Unternehmens wird davon abhängen, ob es gelingt, das Wachstum in den Sparten mit einer verbesserten Profitabilität in Einklang zu bringen.






