Grenznahe Handynutzer in Baden-Württemberg drohen hohe Roaming-Kosten durch Schweizer Netze
Franka KallertGrenznahe Handynutzer in Baden-Württemberg drohen hohe Roaming-Kosten durch Schweizer Netze
Handynutzer in Baden-Württemberg nahe der Schweizer Grenze könnten unerwartet hohe Rechnungen erhalten. Das Problem tritt auf, wenn Geräte sich automatisch mit Schweizer Netzen verbinden, die nicht von den EU-Roaming-Regeln abgedeckt sind. Lokale Politiker und Verbraucherschützer haben nun vor den finanziellen Risiken für Anwohner und Reisende gewarnt.
Ursache ist der Ausschluss der Schweiz aus der EU-"Roam-like-at-Home"-Vereinbarung. Ohne diesen Schutz können Datenverbindungen über Schweizer Netze für deutsche Kunden hohe Kosten verursachen. Der Schweizer Bundesrat riet kürzlich davon ab, der EU-Roaming-Regulierung beizutreten – was die Situation weiter erschwert.
Die FDP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg hat darauf mit einem offiziellen Antrag reagiert. Die Abgeordneten fordern von der Landesregierung eine Prüfung, wie häufig solche automatischen Netzverbindungen vorkommen und welche Folgen sie für Nutzer haben. Zudem wird infrage gestellt, ob die Schweiz angesichts ihrer aktuellen Haltung künftig doch noch eine Vereinbarung anstreben wird.
Neben den politischen Initiativen hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine Warnung herausgegeben. Sie weist auf das Risiko hoher Rechnungen hin, insbesondere in Grenzregionen, wo sich Netzsignale überschneiden. Die "Schweiz-Strategie" des Landes zielt zwar bereits auf eine bessere grenzüberschreitende Mobilfunkabdeckung ab, doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass weitere Maßnahmen nötig sind.
Der Antrag wird nun von der Landesregierung geprüft. Bei einer Zustimmung könnten klarere Verbraucherhinweise oder Druck auf die Schweizer Behörden folgen, ihre Roaming-Politik zu überdenken. Bis dahin wird Nutzern in Grenzgebieten geraten, ihre Netzverbindungen genau zu überwachen, um unerwartete Kosten zu vermeiden.






