Glasfaser überholt Kabel: Warum Deutschlands Internet-Zukunft schneller wird
Katarina OrtmannGlasfaser überholt Kabel: Warum Deutschlands Internet-Zukunft schneller wird
Deutschlands Vorstoß für schnelleres Internet gewinnt an Fahrt – Glasfaser setzt sich gegen ältere Kabelnetze durch
Eine neue Studie unterstreicht die klaren Vorteile von Glasfaser, während große Anbieter ihre Investitionen zunehmend von der Kabeltechnik abziehen.
Auf einer kürzlichen Konferenz in München verglichen Experten Leistung, Kosten und Kundenzufriedenheit – und zeigten auf, warum Glasfaser für viele Haushalte zur bevorzugten Wahl wird.
Glasfaser übertrifft Kabel in Geschwindigkeit und Stabilität Prof. Dr. Jens Böcker, langjähriger Forscher zum deutschen Glasfasermarkt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, präsentierte auf der Buglas-Konferenz aktuelle Daten. Seine Erkenntnisse: Zwar sind Glasfaser-Tarife mit 69,99 bis 89,99 Euro pro Monat teurer als Kabelinternet (40 bis 49,99 Euro), doch bieten sie deutlich höhere Upload-Geschwindigkeiten und geringere Latenzzeiten. Kabelanschlüsse hinken in puncto Leistung weiterhin hinterher.
Auch die Kundenzufriedenheit spricht für den Wechsel. Umfragen zeigen: 76 Prozent der Glasfaser-Nutzer berichten von höheren Geschwindigkeiten, 66 Prozent von besserer Stabilität, und 45 Prozent bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis als besser als bei Kabel. Gleichzeitig investieren Kabelanbieter wie Vodafone und PYÜR nun selbst in den Ausbau eigener Glasfasernetze, um Kunden zu halten.
Dynamischer Markt – aber hohe Kosten bremsen den Ausbau Die Entwicklung schreitet rasant voran: In Wetzlar versorgt der Anbieter OXG seit Sommer 2025 bereits 13.000 Haushalte über ein 68 Kilometer langes, offenes Glasfasernetz. Der Ausbau läuft hier schneller als bei der Deutschen Giganetz, die kürzlich Projekte in mehreren Städten gestoppt hat. Doch die stark gestiegenen Baukosten – 2026 um 50 bis 90 Prozent höher als noch zuvor – dämpfen die Dynamik in einigen Regionen.
Digitalminister setzt auf Glasfaser bis in die Wohnung Digitalminister Karsten Wildberger betont: Nur Fiber-to-the-Home (FTTH) sei eine zukunftssichere Lösung. Das Bundesdigitalministerium arbeitet derzeit an einem Positionspapier, um ältere DSL-Leitungen schrittweise abzuschaffen – Kabelnetze sind darin jedoch nicht vorgesehen. Branchenanalysten prognostizieren, dass Kabelanbieter jährlich rund 100.000 Kunden verlieren könnten, sobald mehr Haushalte auf Glasfaser umsteigen.
Fazit: Glasfaser holt auf – doch der Wandel braucht Zeit Die Trends sind eindeutig: Glasfaser-Internet übertrifft Kabel in Sachen Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit. Mit dem Ausbau der Netze und politischer Rückendeckung steht Deutschlands Internetinfrastruktur vor einem großen Modernisierungsschub.
Doch höhere Kosten und regionale Verzögerungen bremsen die Umstellung. Zwar bleibt Kabel vorerst eine Alternative – langfristig verliert es jedoch an Bedeutung, während Glasfaser zur neuen Standardlösung wird.






