Fürths Gastgewerbe wächst – doch Fachkräftemangel droht die Erholung zu bremsen
Klaas BarthFürths Gastgewerbe wächst – doch Fachkräftemangel droht die Erholung zu bremsen
Leichter Anstieg bei Übernachtungen in Fürths Gastgewerbe – doch Fachkräftemangel und Lohnstreitigkeiten belasten die Branche
In der ersten Jahreshälfte 2025 verzeichnete das Gastgewerbe in Fürth einen leichten Anstieg der Übernachtungszahlen. Dies folgt auf ein starkes Jahr 2024, in dem die Region neue Rekordwerte erreichte. Doch hinter den positiven Zahlen bleiben Personalengpässe und Lohnkonflikte drängende Probleme für die Betriebe.
Laut offiziellen Daten gab es zwischen Januar und Juni 2025 in Fürth 149.800 Übernachtungen – ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bayernweit lag der Zuwachs mit 0,8 Prozent etwas höher.
Trotz stabiler Besucherzahlen kämpfen viele Hotels und Restaurants mit Personalmangel. Die Pandemie hatte zahlreiche Vollzeitkräfte aus der Branche vertrieben. In der Folge müssen einige Betriebe ihre Öffnungszeiten reduzieren oder an bestimmten Tagen schließen, was die Gewinne schmälert.
Die Löhne entwickeln sich zunehmend zum Zündstoff. Zwar liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 12,82 Euro pro Stunde, doch der Tariflohn für ausgebildetes Küchen- oder Servicepersonal in Bayern beträgt 17,85 Euro. Viele Arbeitgeber umgehen jedoch diese höheren Sätze, indem sie die "Sondermitgliedschaft" des DEHOGA nutzen, die sie von Tarifverträgen ausnimmt. Dadurch können sie selbst für anspruchsvolle Tätigkeiten mit langen Schichten weniger zahlen.
Regina Schleser, Regionalleiterin der Gewerkschaft NGG, kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie fordert, dass Unternehmen mehr in festes Personal und Ausbildung investieren sollten, statt auf kurzfristige Lösungen zu setzen.
Fürths Gastgewerbe wächst zwar weiter, doch Fachkräftemangel und Lohnungleichheiten gefährden die Stabilität. Ohne mehr qualifizierte Arbeitskräfte könnten weitere Einschnitte bei Service und Umsätzen drohen. Die Forderung der Gewerkschaft nach besseren Löhnen und mehr Ausbildung könnte in den kommenden Monaten die Weichen für die Zukunft der Branche stellen.






