04 April 2026, 00:26

Europas Kampf um digitale Unabhängigkeit: Warum Brüssel US-Technologie meidet

Eine Landkarte von Europa in Blau und Grau mit dem EU-Logo in der linken oberen Ecke auf einem weißen Hintergrund.

Europas Kampf um digitale Unabhängigkeit: Warum Brüssel US-Technologie meidet

Europa treibt seine Pläne voran, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie – einschließlich großer amerikanischer Anbieter – zu verringern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich Sicherheitsrisiken und politischer Instabilität. Beamte in Brüssel und München haben gewarnt, dass eine zu starke Abhängigkeit von externen Lieferanten den Kontinent anfällig für anderswo festgelegte Regeln macht.

Gleichzeitig drängt die USA Europa dazu, sich stattdessen auf die Verringerung der Beziehungen zu China zu konzentrieren. Washington argumentiert, dass chinesische Technologie ein weitaus größeres Risiko darstelle als amerikanische Alternativen – und setzt damit einen Konflikt um die digitale Zukunft Europas in Gang.

Die Europäische Union setzt bereits seit Längerem eine langfristige Strategie um, um den eigenen Technologiesektor zu stärken. Seit Januar 2024 hat die EU ihr Cybersicherheitsgesetz vorangetrieben und Projekte wie die CHAMP-ION-Pilotfertigung für Ionenfallen-Chips gefördert. Ab 2026 wird diese Initiative mit 50 Millionen Euro unterstützt, wobei Österreich über 30 Millionen Euro für Produktion und Ausbildung beisteuert. Weitere nationale Programme, etwa EFRE-geförderte Infrastruktur für Spintronik und MEMS (2024–2027), sind ebenfalls in Arbeit. Regionale Vorhaben wie Open-Source-Projekte in Rheinland-Pfalz zielen darauf ab, die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern weiter zu reduzieren.

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) testet derzeit souveräne Cloud-Dienste großer Unternehmen wie AWS und Google. Ziel ist es zu prüfen, ob diese Anbieter den strengeren europäischen Sicherheitsstandards entsprechen. Unterdessen plant die Europäische Kommission, noch in diesem Frühjahr ein Technologische-Souveränität-Paket vorzulegen, um heimische Innovationen zu beschleunigen.

US-Beamte hingegen wehren sich gegen Europas Abkehr von amerikanischer Technologie. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, argumentierte, Europa solle sich stattdessen auf die Reduzierung der Abhängigkeit von China konzentrieren. Chinesische Technologie berge weitaus größere Risiken, etwa durch Überwachung und Spionage, so Cairncross. Washington wies auch Bedenken zurück, dass eine mögliche Rückkehr Donald Trumps ins Amt die transatlantische digitale Zusammenarbeit stören könnte, und bezeichnete solche Szenarien als unwahrscheinlich.

Kritiker von Europas Vorgehen warnen, dass ein überstürzter Ersatz US-amerikanischer Technologie durch lokale Alternativen nach hinten losgehen könnte. Falls schwächere Cybersicherheitsprodukte eingeführt würden, könnte der Kontinent am Ende weniger sicher dastehen, geben sie zu bedenken. Dennoch wächst die Unterstützung für eine Verringerung der Abhängigkeit von den USA – angetrieben durch Zweifel an der Verlässlichkeit Amerikas als Partner.

Europas Streben nach technologischer Souveränität gewinnt an Fahrt, gestützt durch neue Fördermittel und politische Maßnahmen. Die EU-Strategie umfasst Chip-Produktion, Cloud-Sicherheitstests und regionale Digitalprojekte. Doch die Spannungen mit den USA bleiben bestehen, die darauf bestehen, dass nicht amerikanische, sondern chinesische Technologie Europas Hauptsorge sein sollte.

Das Ergebnis wird die digitale Zukunft Europas prägen – und entscheiden, ob der Kontinent auf eigene Lösungen setzt oder weiterhin von ausländischen Anbietern abhängig bleibt.

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AKTUALISIERUNG

New data reveals Europe's cloud market dominated by US giants, raising legal concerns

Authorities have confirmed that 60–65% of Europe's public cloud market remains controlled by US hyperscalers as of 2026. This dominance creates tensions with EU data laws:

  • The US CLOUD Act allows American authorities to access data held overseas by US firms.
  • This powers clash with GDPR protections for sensitive European government and industrial data.