Emma Sagasser pfeift Männerfußball – mit 20 Jahren gegen alle Klischees
Claudius StadelmannTochter und Vater gemeinsam als Schiedsrichter auf dem Platz - Emma Sagasser pfeift Männerfußball – mit 20 Jahren gegen alle Klischees
Mit gerade einmal 20 Jahren macht Emma Sagasser bereits in der Fußball-Schiedsrichterlaufbahn auf sich aufmerksam. Wie ihr Vater Rainer leitet auch sie Männerpartien – eine Seltenheit für Frauen in dieser Sportart. Bei ihrem jüngsten Einsatz zwischen dem 1. FC Baiersdorf und dem 1. FC Kronach zeigte sie viermal die Gelbe Karte – und das in einem einzigen Spiel.
2020 bestand Sagasser ihre Schiedsrichterprüfung und hat seitdem bereits rund 100 Spiele geleitet. Ihr Ziel ist klar: Irgendwann möchte sie in der Frauen-Bundesliga pfeifen. Oft steht sie dabei gemeinsam mit ihrem Vater auf dem Platz, der sie auf ihrem Karriereweg stets unterstützt.
Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) zählt mittlerweile 435 aktive Schiedsrichterinnen – ein Zeichen für einen wachsenden Trend. Allein in den vergangenen sechs Jahren hat der BFV jährlich über 1.000 neue Unparteiische ausgebildet und damit eine Rekordzahl an Schiedsrichter:innen erreicht.
Wolfgang Krauß, Vorsitzender des 1. FC Baiersdorf, betont, wie unverzichtbar Schiedsrichter für den Fußball sind. Sie sorgen für Fairplay – auch wenn ihre Entscheidungen mitunter für Diskussionen sorgen.
Emma Sagasser bricht weiterhin Barrieren im Männerfußball. Mit Erfahrung, familiärem Rückhalt und einem klaren Ziel steht sie kurz davor, in höheren Ligen zu pfeifen. Die steigende Zahl an Schiedsrichterinnen im BFV deutet darauf hin, dass für Nachwuchskräfte wie sie die Chancen weiter wachsen.






