Elternprotest in Wolfsburg: Bilingualer Italienisch-Unterricht soll gekürzt werden
Katarina OrtmannElternprotest in Wolfsburg: Bilingualer Italienisch-Unterricht soll gekürzt werden
Eltern und Lehrkräfte in Wolfsburg wehren sich gegen Pläne, den bilingualen Italienisch-Unterricht an der Leonardo-da-Vinci-Schule zu kürzen. Eine Online-Petition hat bereits in nur vier Tagen über 550 Unterschriften gesammelt – mit der Forderung an die Stadt, ihre Entscheidung zurückzunehmen.
Die Leonardo-da-Vinci-Grund- und Gesamtschule bietet ein einzigartiges deutsch-italienisches zweisprachiges Programm an, das von der ersten Klasse bis zum Abitur, der Hochschulzugangsberechtigung, reicht. Dieser Zweig prägt seit Langem das Profil der Schule und spiegelt die starke italienische Gemeinschaft Wolfsburgs wider, die auf Arbeiter zurückgeht, die in den 1960er-Jahren für die Automobilindustrie in die Stadt kamen.
Ab dem nächsten Jahr soll das Angebot jedoch verkleinert werden: Statt zwei bilingualen Klassen bleibt nur eine erhalten. Die Schule begründet dies damit, dass der zweisprachige Zweig derzeit nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet sei – als einziger in Wolfsburg mit einer so geringen Schülerzahl.
Die Petition weist diese Argumentation zurück. Sie fordert, dass ab der fünften Klasse weiterhin zwei italienisch-bilinguale Klassen angeboten werden müssen. Unterstützer befürchten, dass die Kürzungen das Programm schwächen und die Chancen der Schüler einschränken würden.
Die Entscheidung, die Klassen zu reduzieren, hat in der Gemeinschaft schnelle Reaktionen ausgelöst. Mit über 550 Unterschriften unterstreicht die Petition die Bedeutung des Programms für das italienische Erbe Wolfsburgs. Nun muss die Stadt entscheiden, ob sie ihre Pläne anpasst oder an den Kürzungen festhält.






