Deutschland prüft Fracking für mehr heimisches Erdgas – doch lohnt es sich?
Franka KallertDeutschland prüft Fracking für mehr heimisches Erdgas – doch lohnt es sich?
Deutschland erwägt den Einsatz von Hydraulic Fracturing, um seine Erdgasversorgung zu stärken. Das Land verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, doch deren Förderung würde erhebliche Investitionen und Zeit erfordern. Experten zufolge könnte dieser Schritt nur begrenzte Auswirkungen auf die globalen Märkte haben.
Die als Fracking bekannte Technologie könnte Deutschland langfristig helfen, mehr Gas zu gewinnen. Derzeit deckt die heimische Förderung lediglich 4,2 Prozent des nationalen Bedarfs. Mit Fracking könnte dieser Anteil bis 2025 auf 6 bis 12 Prozent steigen.
Die jährliche Fördermenge durch Fracking könnte im selben Zeitraum 5 bis 10 Milliarden Kubikmeter erreichen. Um diese Zahlen zu erreichen, wären jedoch Hunderte von Bohrungen nötig. Der Aufbau einer voll funktionsfähigen Industrie würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Unklar bleibt, ob sich Fracking ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich lohnt. Selbst bei voller Kapazität würde das zusätzliche Gas nicht ausreichen, um die Preise spürbar zu senken oder kurzfristige Engpässe zu beheben. Auch Umweltbedenken spielen eine Rolle, wenngleich strenge Vorschriften die Risiken verringern könnten.
Fracking könnte die deutsche Gasversorgung bis Mitte der 2020er-Jahre moderat erhöhen. Es würde jedoch weder die globalen Marktdynamiken verändern noch akute Energieknappheit lösen. Der Erfolg des Vorhabens hängt von Investitionen, Zeit und der Einhaltung von Sicherheitsstandards ab.
