Deutsche setzen auf regionale Produkte – und fordern klare Herkunftskennzeichnung
Klaas BarthDeutsche setzen auf regionale Produkte – und fordern klare Herkunftskennzeichnung
Deutsche Verbraucher entscheiden sich zunehmend für nachhaltige, regional hergestellte Produkte – vor dem Hintergrund globaler Handelskonflikte und politischer Spannungen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach klareren Kennzeichnungen, um europäische Waren im Supermarkt leichter zu erkennen.
Fast 53 Prozent der Deutschen sind mittlerweile bereit, aus politischen Gründen und wegen früherer Zollstreitigkeiten auf amerikanische Produkte zu verzichten. Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends, bei dem die regionale Herkunft von Waren eine immer wichtigere Rolle bei Kaufentscheidungen spielt, wie Kai Hudetz vom IFH Köln, dem Institut für Handelsforschung, erklärt.
In ganz Europa steigt die Nachfrage nach transparenter Kennzeichnung regionaler Produkte. In Dänemark hat die Salling Group bereits reagiert und in einigen Supermärkten ein Sternesystem eingeführt, das europäische Erzeugnisse kennzeichnet – eine Hilfe für umweltbewusste Käufer und ein Hinweis auf handelspolitische Rahmenbedingungen.
In Deutschland befürworten 77 Prozent der Verbraucher eine solche Kennzeichnung, um informierte Entscheidungen treffen zu können. Fast die Hälfte steht voll dahinter, nur 11 Prozent lehnen sie ab. Große Handelsketten wie Edeka und Rewe zeigen sich zwar zurückhaltend bei Boykottaufrufen oder Sonderkennzeichnungen, doch Edeka signalisierte, den Ansatz zu prüfen, sollte die Kundennachfrage steigen.
Der Druck auf klarere Herkunftsangaben spiegelt den Wandel im Konsumverhalten wider: Immer mehr Deutsche legen Wert auf regionale und nachhaltige Produkte. Die Händler könnten sich anpassen müssen, da die Käufer mehr Transparenz bei ihren Einkäufen einfordern.
