22 March 2026, 12:22

Bayern plant Milliardendeal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und gegen lokale IT-Firmen

Eine Landkarte der Vereinigten Staaten mit Firmenlogos, die Standorte des Software-Ökosystems markieren und zusätzlichen Text, der Details bereitstellt.

Bayern plant Milliardendeal mit Microsoft – ohne Ausschreibung und gegen lokale IT-Firmen

Bayern will noch vor Jahresende einen Großauftrag mit Microsoft unterzeichnen. Der Vertrag würde die Region fast vollständig von der Software des US-Technologiekonzerns abhängig machen. Kritiker werfen der Staatsregierung vor, das Vorhaben mangele an Transparenz und begünstige ein ausländisches Unternehmen auf Kosten heimischer Alternativen.

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Die Vereinbarung sieht vor, dass Städte und Kommunalverwaltungen mit Microsoft 365 E5 – inklusive Teams – ausgestattet werden. Schätzungen zufolge könnte der Deal die bayerischen Steuerzahler jährlich über 200 Millionen Euro kosten. Über fünf Jahre hinweg würden so fast eine Milliarde Euro an Microsoft fließen – ohne Ausschreibungsverfahren.

Lokale IT- und Open-Source-Unternehmen kritisieren das Fehlen einer öffentlichen Ausschreibung. Sie betonen, dass regionale Anbieter durchaus wettbewerbsfähige Lösungen hätten anbieten können. Unterdessen haben sich die Spannungen zwischen europäischen Behörden und US-Techgiganten seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit weiter verschärft.

Erst kürzlich wechselte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag auf die Open-Source-Plattform OpenDesk, um US-Sanktionen zu umgehen. Dieser Schritt unterstreicht die wachsenden Bestrebungen in Europa, die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiekonzernen zu verringern. Für Microsoft hingegen bedeutet der Bayern-Deal eine beträchtliche neue Einnahmequelle, die aktuelle Verluste ausgleichen und den steigenden Aktienkurs weiter stützen dürfte.

Der Vertrag wird Bayerns Abhängigkeit von Microsoft-Software auf Jahre hinaus vertiefen. Die finanziellen Lasten tragen die Steuerzahler, während lokale IT-Firmen leer ausgehen. Zudem verdeutlicht die Vereinbarung die anhaltenden Konflikte zwischen europäischen Regulierungsbehörden und den dominierenden US-Technologieunternehmen.

Quelle