Bayern fordert mit Elf-Punkte-Plan rascheren Stromnetzausbau – und setzt Berlin unter Druck
Klaas BarthBayern fordert mit Elf-Punkte-Plan rascheren Stromnetzausbau – und setzt Berlin unter Druck
Bayern drängt mit Elf-Punkte-Plan auf schnellere und effizientere Stromnetzausbau – Bundesregierung in der Pflicht
Bayern hat mit einem elf Punkte umfassenden Plan die Bundesregierung zum zügigeren und effizienteren Ausbau der Stromnetze aufgefordert. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Verzögerungen und Ineffizienzen bei der Bearbeitung von Netzzugangsanträgen, die mittlerweile ein Volumen von 500 Gigawatt erreichen – ein Vielfaches dessen, was kurzfristig tatsächlich benötigt wird.
Das Thema stand im Mittelpunkt des „Bayerischen Netzgipfels“, der am Mittwoch unter Leitung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stattfand. Während der Veranstaltung kritisierte Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) das aktuelle System der Netzanschlüsse als chaotisch und forderte dringende Reformen.
Bayern und Niedersachsen reichten gemeinsam einen Antrag beim Bundesrat ein, mit dem Ziel, Batteriespeicher von den Regelungen der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV) auszunehmen. Damit soll die Bürokratie abgebaut und der Ausbau von Speicherkapazitäten beschleunigt werden. Beide Länder argumentierten zudem, die Bundesregierung müsse eine aktivere Rolle bei der Steuerung des marktgetriebenen Wachstums von Batteriespeichern übernehmen.
Der Vorstoß fand im Bundesrat breite Unterstützung – eine deutliche Mehrheit sprach sich für die Maßnahmen aus. Um den Prozess weiter zu straffen, kündigte Bayern an, große Energieverbraucher wie Rechenzentren bei Netzanbindungen priorisieren zu wollen. Die nächste Bundesratssitzung zur Diskussion dieser Änderungen ist für den 26. September angesetzt.
Vertreter betonten, es bedürfe zusätzlicher Anreize, um den Ausbau von Speichern an Standorten zu fördern, die die Netzbelastung entlasten. Ohne solche Anpassungen, so die Warnung, würden sich Verzögerungen und Ineffizienzen weiter verschärfen.
Die Zustimmung des Bundesrats unterstreicht die breite Rückendeckung für Bayerns Reformpläne im Bereich Netzausbau und Speicherregulierung. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnten Engpässe bei der Bearbeitung von Anschlussgesuchen verringert und die Integration von Batteriespeichern beschleunigt werden. Die weiteren Schritte hängen nun von der Reaktion der Bundesregierung und den anstehenden Bundesratsberatungen ab.






