Batteriespeicher-Boom in Deutschland: 10.000 Projekte für 400 Gigawatt Leistung geplant
Claudius StadelmannBatteriespeicher-Boom in Deutschland: 10.000 Projekte für 400 Gigawatt Leistung geplant
Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei Batteriespeicherprojekten – fast 10.000 Anträge für neue gewerbliche Anlagen wurden eingereicht. Die geplanten Systeme würden eine enorme Leistung von 400 Gigawatt sowie eine Speicherkapazität von 661 Gigawattstunden hinzufügen. Bisher ist jedoch nur ein Bruchteil dieser Projekte in Betrieb.
Allein 2024 beantragten Projektentwickler 9.710 Netzanschlüsse für gewerbliche Batteriespeicher. Würden diese Anlagen realisiert, könnten sie rund 400 Gigawatt Leistung bereitstellen und etwa 661 Gigawattstunden Energie speichern. Die Zahlen zeigen eine deutliche Ausweitung im Vergleich zur bestehenden Infrastruktur.
Aktuell sind bundesweit nur 921 Speichersysteme in Betrieb. Zusammen verfügen sie über eine Nennleistung von etwa 2,3 Gigawatt und können rund 3,2 Gigawattstunden Strom speichern. Trotz der noch überschaubaren Zahlen beschleunigt sich das Wachstum.
Im vergangenen Jahr genehmigten die Behörden bereits 3.800 Anschlussanträge für Batterieprojekte. Diese Vorhaben werden nach Fertigstellung 46 Gigawattstunden Speicherkapazität bieten – genug, um eine Stadt wie München fast eine Woche lang mit Strom zu versorgen. Eine Aufschlüsselung, wie viele der 2024 eingereichten Anträge von Privathaushalten oder kleinen Unternehmen stammen, liegt nicht vor.
Der Ansturm auf neue Speicherlösungen unterstreicht Deutschlands Bestrebungen, die Energiespeicherkapazitäten massiv auszubauen. Mit 46 Gigawattstunden bereits genehmigter Projekte bereitet sich das Land auf eine deutliche Steigerung der Netflexibilität vor. Die Kluft zwischen geplanten und betrieblichen Anlagen deutet darauf hin, dass das Wachstum weiter an Fahrt aufnehmen wird.






