Bär lehnt pauschales Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ab
Claudius StadelmannBär lehnt pauschales Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ab
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat sich gegen Pläne ausgesprochen, soziale Medien für unter 16-Jährige zu verbieten. Solche Beschränkungen seien ihrer Meinung nach zu pauschal und gingen an den eigentlichen Problemen vorbei. Als Mutter von drei Teenagern kenne sie die Herausforderungen, vor denen Eltern stehen, wenn es darum gehe, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu begleiten.
Bär betont, dass es wichtig sei, die Auswirkungen sozialer Netzwerke auf junge Menschen wissenschaftlich zu untersuchen. Sie warnt vor übereilten Entscheidungen und hebt hervor, dass radikale Maßnahmen oft mehr Schaden als Nutzen anrichten könnten. Ein generelles Verbot ignoriere ihrer Ansicht nach die vielschichtigen Aspekte der digitalen Teilhabe von Kindern.
Die Ministerin verweist darauf, dass Kinder heute bereits Smartphones bedienen könnten, bevor sie richtig lesen und schreiben lernten. In Bayern sei der private Handygebrauch in Schulen bereits bis zur siebten Klasse eingeschränkt. Dennoch hält sie ein flächendeckendes Verbot sozialer Medien für undurchführbar und kontraproduktiv.
Bärs Haltung spiegelt eine Präferenz für gezielte Lösungen statt pauschaler Verbote wider. Sie unterstreicht, wie entscheidend es sei, die Thematik zunächst zu verstehen, bevor Grenzen gesetzt werden. Ihre Äußerungen fallen in eine Zeit, in der weiterhin intensiv darüber diskutiert wird, wie junge Menschen im Netz am besten geschützt werden können.
