AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der NS-Befreiung
Katarina OrtmannAfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der NS-Befreiung
Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, hielt zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus eine umstrittene Rede. Seine Äußerungen stellten die Nachkriegsgeschichtsschreibung des Landes infrage und forderten eine Neuausrichtung der nationalen Identität und Erinnerungskultur.
Bei der Veranstaltung räumte Tillschneider zwar das Ende der NS-Herrschaft 1945 ein, deutete es jedoch als Verlust „weiter deutscher Kulturlandschaften“. Die vielbeachtete Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985 bezeichnete er als „geistige Kapitulation“, die eine „absurde Schuldkultur“ befördert habe.
Der AfD-Politiker behauptete, die Deutschen hätten sich im Nachhinein mit den alliierten Siegermächten solidarisiert, um einer kollektiven Verantwortung zu entgehen. Dies nannte er eine „eingebildete Kollektivschuld“ und zitierte Franz Josef Strauß, der einst die „ewige Buße“ als Belastung für die Nation kritisiert hatte.
Tillschneider wies zudem die Vorstellung zurück, die Haltung seiner Partei führe zur Isolation. Stattdessen präsentierte er die Vision der AfD als Weg in eine „stolze Zukunft“ und forderte eine „normale deutsche Identität“, frei von dem, was er als endlose Selbstanklagen bezeichnete.
Die Rede fache die Debatte über die deutsche Erinnerungskultur und die Position der AfD zur Nachkriegsverantwortung neu an. Tillschneiders Aussagen widersprachen damit gängigen Deutungen des Jahres 1945, indem er die Befreiung nicht als moralische Zäsur, sondern als kulturellen Verlust darstellte.






