17 March 2026, 16:24

60-Millionen-Skandal im Bistum Eichstätt: Ex-Bischof Hanke räumt Versäumnisse ein

Gravur eines Mannes in Priestergewand und Hut, beschriftet mit Albrecht D. Erzbistum, mit einem Wappen im Hintergrund und dem Wort "Erzbistum" unten.

"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof spricht im Prozess aus - 60-Millionen-Skandal im Bistum Eichstätt: Ex-Bischof Hanke räumt Versäumnisse ein

Ein Finanzskandal erschüttert das Bistum Eichstätt in Deutschland: Rund 60 Millionen Dollar wurden ohne Genehmigung in US-Immobilien investiert. Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke sagte diese Woche vor Gericht aus und räumte Versäumnisse bei der Aufsicht ein, verteidigte jedoch seine Bemühungen um Transparenz. Im Zentrum des Falls stehen zudem Vorwürfe der Bestechung und des Vertrauensbruchs gegen einen Immobilienentwickler sowie den früheren stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums.

Der Skandal dreht sich um hochriskante Investitionen, die zwischen 2014 und 2016 getätigt wurden und gegen die eigenen Richtlinien des Bistums verstießen. Prüfer und eine Kanzlei deckten später "blinde Flecken" im Finanzsystem auf und kamen zu dem Schluss, dass das Geld vermutlich unwiederbringlich verloren ist. Hanke, der das Bistum bis 2022 leitete, erklärte vor Gericht, er habe erst im Nachhinein von den nicht autorisierten Krediten erfahren und über einen Rücktritt nachgedacht, um Verantwortung zu übernehmen.

Der Vermögensverwaltungsrat des Bistums, zuständig für die Kontrolle, stand in der Kritik, da ihm externes Finanzfachwissen fehlte. Stattdessen verließ man sich zu stark auf interne Mitglieder, wodurch riskante Entscheidungen ungehindert getroffen werden konnten. Hanke gab zu, dem System trotz lascher Kontrollen vertraut zu haben – auch wegen der langjährigen Freundschaft mit dem angeklagten früheren stellvertretenden Finanzdirektor, den er bereits seit seiner Studienzeit kannte.

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2018 startete Hanke eine Transparenzoffensive, machte den Skandal öffentlich und erstattete Strafanzeige. Er betonte, dass die finanzielle Umsetzung an spezialisierte Abteilungen delegiert worden sei, die mit großer Eigenständigkeit agierten. Auch sein ehemaliger Generalvikar sagte aus und wies jede Beteiligung an den Entscheidungen von sich.

Das Verfahren läuft weiter: Gegen den Immobilienentwickler wird wegen Vertrauensbruchs und Bestechung ermittelt, der frühere stellvertretende Finanzdirektor muss sich wegen des Vorwurfs des Vertrauensbruchs und der Bestechlichkeit verantworten.

Das Bistum Eichstätt präsentiert sich unterdessen als Vorreiter für Finanzreformen und verweist auf externe Prüfungen und juristische Gutachten als Beleg für sein Engagement. Hankes Aussage unterstrich sowohl das persönliche Vertrauen in das System als auch die Notwendigkeit strengerer Kontrollen. Das Urteil des Gerichts wird klären, wer für den Verlust der Gelder und das mutmaßliche Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen wird.

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