Wiesbadens Theater revolutioniert die Spielzeit mit Kunst im öffentlichen Raum
Franka KallertWiesbadens Theater revolutioniert die Spielzeit mit Kunst im öffentlichen Raum
Das Hessische Staatstheater Wiesbaden startet mit einer provokanten Frage in die Spielzeit 2026/2027: Wem gehört die Stadt? Das diesjährige Programm bricht mit der Tradition und verwandelt das Theater in einen lebendigen Ort, an dem Kunst und Alltag aufeinandertreffen. Den Auftakt macht Carl Orffs Carmina Burana – ein spektakuläres Großereignis mit über 200 Mitwirkenden.
Die neue Ausrichtung des Theaters verwischt die Grenzen zwischen Bühne und Straße. Ein herausragendes Projekt ist die Sinfonie für 100 Bürger:innen, bei der die Rollen vertauscht werden: Lokale Bewohner:innen betreten die Bühne. Gleichzeitig bringt Metropolis Wiesbaden Schauspieler:innen und Musiker:innen in den öffentlichen Raum – dorthin, wo Menschen unterwegs sind, die sonst vielleicht nie ein Theater betreten würden.
Auch die historische Wartburg erhält eine neue Funktion: als Treffpunkt für urbanes Leben und spontane Begegnungen. Opern-Flashmobs werden unangekündigt an verschiedenen Orten der Stadt auftauchen – ohne feste Spielpläne oder Veranstaltungsorte. Künstler:innen begegnen ihrem Publikum an unerwarteten Orten, um die Trennlinie zwischen Darstellenden und Zuschauer:innen aufzulösen.
Neben diesen Experimenten setzt sich das Hessische Staatsballett verstärkt mit zeitgenössischen Werken auseinander. Das Musikprogramm des Theaters bleibt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und fördert den Dialog zwischen alten und neuen Formen.
Diese Spielzeit markiert einen klaren Bruch mit Konventionen. Indem das Theater die Aufführungen auf die Straßen verlagert und die Bühne für die Öffentlichkeit öffnet, definiert es seine Rolle in der Stadt neu. Das Ziel ist klar: einen Raum zu schaffen, in dem Kunst über die üblichen Grenzen des Theatergebäudes hinaus wirkt.






