Warum die Deutschen trotz Klimadebatte weiterhin auf das Auto setzen
Claudius StadelmannWarum die Deutschen trotz Klimadebatte weiterhin auf das Auto setzen
Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die meisten Deutschen bevorzugen nach wie vor das Auto gegenüber anderen Verkehrsmitteln – trotz wachsender Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit. Zu Fuß gehen und Radfahren sind zwar beliebter als der öffentliche Nahverkehr, doch immer weniger Menschen entscheiden sich fürs Laufen im Vergleich zu früheren Jahren. Die Ergebnisse verdeutlichen eine Kluft zwischen ökologischen Zielen und den persönlichen Mobilitätsgewohnheiten.
In der Befragung wurden die Deutschen nach ihren Wunschverkehrsmitteln gefragt. Nur 16 Prozent sprachen sich für die Bahn aus, während Busse, S-Bahn und Straßenbahnen jeweils nur auf 12 Prozent Zustimmung kamen. Zu Fuß gehen und Radfahren lagen vorn: 29 Prozent bevorzugten das Laufen, 32 Prozent das Fahrrad. Allerdings sank die Beliebtheit des Zu-Fuß-Gehens von 38 Prozent im Jahr 2021 auf nunmehr 29 Prozent.
Bei der Frage nach künftigen Autokäufen stach Berlin hervor: Dort gaben 28 Prozent der Befragten an, künftig nur noch Elektroautos kaufen zu wollen. Bundesweit zeigte sich in den ostdeutschen Bundesländern jedoch eine geringere Bereitschaft dazu. Insgesamt waren sich 70 Prozent einig, dass Autos – einschließlich Elektrofahrzeuge – am besten zu ihren Mobilitätsbedürfnissen passten.
Auch die Kosten spielten eine zentrale Rolle. 49 Prozent waren der Meinung, dass Mobilität für alle Einkommensgruppen erschwinglich sein sollte, während 37 Prozent generell niedrigere Verkehrskosten forderten. Doch nur 26 Prozent machten die Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zur Priorität.
Die Ergebnisse belegen eine deutliche Vorliebe für das Auto, auch wenn Elektrofahrzeuge in einigen Regionen an Bedeutung gewinnen. Öffentlicher Nahverkehr und Emissionsreduktion rangieren weiter hinten auf der Prioritätenliste. Noch immer bestimmen vor allem Erschwinglichkeit und Bequemlichkeit, wie sich die Deutschen fortbewegen.






